Rosenheim – Die Stadtwerke München planen zum 1. Januar eine Erhöhung der Gaspreise um 93 Prozent und verdoppeln damit quasi den Preis. Die Stadtwerke Rosenheim planen zum jetztigen Zeitpunkt keine Erhöhung. Auf eine OVB Anfrage bestätigte Ulrike Willenbrink von den Stadtwerken: „Aktuell gibt es bei den SWRO keine Pläne hinsichtlich einer Preisänderung für unsere Bestandskunden zum 1. Januar 2023“. Was aber nichts daran ändert, dass die Heizkosten immer weiter steigen und sich viele nach alternativen Heizmethoden umsehen.
Die Bundesregierung diskutiert momentan über einen Deckel für den Gaspreis. Aber auch der wird viele Verbraucher nicht davor schützen können, im kommenden Winter wesentlich mehr Geld für die Heizung ausgeben zu müssen. Auf das Preisniveau vor dem Krieg in der Ukraine wird das Gas vorerst nicht sinken.
Gas wird so schnell
nicht wieder günstig
Aber wenn Gas derzeit so teuer ist, wie sieht es mit anderen Arten der Heizung aus? Möglichkeiten gibt es viele. Vom klassischen Kachelofen, über Hackschnitzel und Pellets, Öl, Solar bis hin zur Fernwärme.
Der fossile Brennstoff Öl ist preislich an das Erdgas gekoppelt und damit ebenfalls deutlich teurer geworden. Seit Anfang des Jahres hat sich der Preis für einen Liter Heizöl mehr oder weniger verdoppelt.
Nicolas Prankl, Juniorchef eines Heizöllieferdienstes in Rosenheim, sieht einerseits eine starke Nachfrage nach Öl. Besonders seit Mitte September gehen mehr Bestellungen ein. Andererseits bestellen zahlreiche Kunden aber auch weniger Öl als früher. Einen Engpass in der Versorgung sieht Prankl in der kommenden Zeit für sein Unternehmen aber nicht. Auch die Preise für nachwachsende Brennstoffe sind in fast astronomische Höhen gestiegen. Hat eine Tonne Holzpellets vor einem Jahr noch um die 220 Euro gekostet, werden nun Preise von mehr als 700 Euro fällig. Holz ist nach wie vor ein beliebtes Heizmaterial. Auch bei Brennholz ist die Nachfrage und damit der Preis gestiegen. Ist aber im Verhältnis noch günstig. Ein Ster Hartholz, also Holz von Eichen, Buchen oder Eschen, kann bis zu 200 Liter Heizöl ersetzen. Für den Raummeter werden momentan im Baumarkt 250 Euro fällig, was Holz noch immer rund 40 Prozent günstiger als Öl macht.
Günstiger ist es hier oft, das Holz direkt bei den Waldbesitzern zu kaufen. Das Holz wird demnächst erst nach dem Blattfall geschlagen, ist dann unter anderem über die Waldbesitzervereinigungen zu beziehen. Michael Heffner, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Rosenheim, sieht bereits eine höhere Nachfrage nach Brennholz.
Nachfrage nach
Brennstoffen steigt
In Neubauten ist derzeit laut Gerhard Hardrath, dem Obermeister der Heizungstechnikinnung SHK in Rosenheim, die Wärmepumpe am beliebtesten. Aber die Wartezeiten, bis eine solche Anlage eingebaut werden kann, steige immer weiter.
Solaranlagen wiederum haben ihren Boom wohl hinter sich, da für diese Anlagen die staatliche Förderung weggefallen ist. Außerdem ist hierfür aber auch, wie bei allen anderen Heizungsarten, Strom zum Betrieb der Anlage notwendig. Aber auch der Strom ist im Laufe des Jahres immer teurer geworden. Das liegt über Umwege auch am Gaspreis. Die Strompreise richten sich in Deutschland am teuersten Produzenten. Und das sind derzeit die Gaskraftwerke. Jahrelang hat dieses System gut funktioniert, jetzt müsse man „das System der Preise hinterfragen“, so Gerhard Hardrath.
Eine Antwort, was derzeit die beste Art zu heizen ist, hat er nicht. Das sei „wie ein Blick in eine Glaskugel“ und derzeit schlichtweg nicht zu beantworten. Eines ist sicher: Die Heizkosten für den kommenden Winter werden hoch sein.