Sprechen unbekannte Männer Kinder an?

von Redaktion

Eltern im Inntal in großer Sorge – Informationsschreiben der Schulleiterinnen aus Neubeuern und Nußdorf

Brannenburg – Derzeit macht in der Region die Nachricht in Form von Elternbriefen in Whatsapp-Gruppen die Runde, dass Schulkinder von unbekannten Männern angesprochen wurden. Am gestrigen Donnerstag hieß es, der Vorfall habe sich in Neubeuern ereignet, am frühen Nachmittag war es dann angeblich in Nußdorf. In beiden Fällen ist die Polizei Brannenburg zuständig. Auf Nachfrage der Redaktion heißt es dort, dass schon vor einigen Tagen Anrufe von Eltern dazu kamen, es aber keinen einzigen bestätigten Fall gebe. Von den Kollegen aus Prien wisse man, dass dort die Nachricht kursierte, dass angeblich 15 Kinder angesprochen worden seien. Kein Fall habe sich verifizieren lassen.

Manuela Biersack, Schulleiterin in Neubeuern, nimmt die Meldungen nicht auf die leichte Schulter. Bei ihr kam am Mittwochnachmittag die Nachricht von Eltern an, dass ihr Kind angesprochen worden sei. Das müsse sie ernst nehmen, für die Überprüfung seien andere zuständig, so Biersack. Die Schulleiterin gab die Information an ihr Kollegium weiter, damit die Lehrer die Eltern informieren, damit diese mit ihren Kindern die Verhaltensregeln durchgehen können. Ob nun tatsächlich Kinder angesprochen wurden oder nicht: „Es schützt die Kinder immer, wenn sie wissen, wie sie sich verhalten sollen“, sagt Manuela Biersack.

Die Nachricht machte offensichtlich schnell die Runde, denn ein Elternbrief, der der Redaktion vorliegt, ist von der Nußdorfer Schulleiterin Heike Stangelmayer unterzeichnet. Deren Bitte: „Falls Ihrem Kind Ähnliches zustößt, bitten wir Sie eindringlich, unbedingt mit mir Kontakt aufzunehmen. Nur so können wir auch in der Schule darauf reagieren und vor allem alle Eltern ganz zeitnah informieren.“ Dies rät auch Biersack.

Im Verlauf des Elternbriefes geht es um die empfohlenen Verhaltensregeln: in keinem Fall mit Unbekannten mitgehen, nie in ein fremdes Auto einsteigen. Die Kinder sollen sich von fremden Fahrzeugen fernhalten. Vor allem nicht an eine Autotür herantreten, wenn sie von Fremden vom Auto aus angesprochen werden. Wichtig sei zudem, dass das Kind zu Hause vertrauensvoll über derartige befremdliche Situationen reden könne. „Unsere Lehrkräfte werden dies sofort in den Klassen auch besprechen.“ Letzteres bestätigt Manuela Biersack: Auch sie setzt ihr Kollegium sofort auf das Thema an, sollte es entsprechende Hinweise geben.

Das dürfte ganz im Sinne der Polizei sein – damit nicht doch aus lauter unbestätigten Fällen ein dramatischer wird.Sylvia Hampel

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