Mit Hotel und Restaurant der „Residenz“ soll es weitergehen

von Redaktion

Familie will nach dem Tod von Heinz Winkler dessen Lebenswerk fortführen – Polizei tritt Spekulationen entgegen – Natürliche Todesursache

Aschau – Der am Freitag verstorbene Starkoch Heinz Winkler hinterlässt eine große Lücke. „Ein großartiger Mensch ist von uns gegangen“, schreibt die Familie auf der Website der „Residenz“. Das 29 Zimmer große Hotel liegt mitten im Herzen von Aschau. Angegliedert ist ein „Venezianisches Restaurant“.

Beide sind wichtige Faktoren für den Ort, gesellschaftlich, aber auch, was das Geschäft betrifft. „Die ,Residenz Heinz Winkler‘ steigert die Finanzkraft selbstverständlich enorm, wie alle anderen Gastronomen und Beherbergungsstätten vor Ort auch“, sagt der Leiter der Tourist-Info Aschau, Herbert Reiter. Zudem biete die Residenz auch eine Vielzahl an Arbeitsplätzen. Und: „Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass durch den Bekanntheitsgrad des Spitzengastronomen Heinz Winkler die Marke Aschau in die Welt hinaus gestrahlt hat“, sagt Reiter.

Dem schließt sich die Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands an. „Alle Achtung vor seiner Lebensleistung“, sagt Theresa Albrecht. Als einfaches Bauernkind habe es Winkler zu weltweiter Bekanntheit gebracht. „Er hat immer hart gearbeitet. Und nun ist er viel zu früh gegangen“, sagt die Rohrdorfer Hotelunternehmerin. Winkler und sein Restaurant seien so etwas wie ein Aushängeschild gewesen – „so etwas ist immer gut für die Region.“

Wie die Polizei auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen bekräftigte, ergab eine Obduktion Winklers am Montag keinerlei Anhaltspunkte für eine Fremdbeteiligung. Es habe sich um eine „interne medizinische“ Todesursache gehandelt, sagte Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Zu Berichten unter anderem einer großen deutschen Boulevardzeitung, wonach der Starkoch am fraglichen Abend mit einem Kollegen dem Alkohol reichlich zugesprochen habe, wollte Sonntag nichts sagen. „Dazu äußern wir uns nicht. Das sind Dinge, die nicht relevant sind, zunächst stand ohnehin die rechtsmedizinische Untersuchung im Vordergrund.“

Auch dass der besagte andere Koch Blutspuren auf der Kleidung gehabt haben soll, bestätigt die Polizei nicht. „Das sind Ereignisse aus dem familiären Nahbereich. So etwas kommentieren wir zu keinem Zeitpunkt.“

In der Trauerbekundung auf der Website der Residenz Aschau wird auch ein Blick in die Zukunft geworfen. Das Hotel und das Restaurant sollen im Sinne Heinz Winklers weiter bestehen. „Dieses Lebenswerk wird in seinem Sinne von seinen Kindern, Enkelkindern, den Müttern seiner Kinder und von seinen engsten Vertrauten weitergeführt werden“, heißt es auf der Website. Wie das genau aussehen wird? Dazu konnte sich am Montag gegenüber den OVB-Heimatzeitungen niemand äußern.

Auch wo Winkler beerdigt werden soll, ist derzeit noch unklar. Geboren und aufgewachsen ist Winkler in St. Andrä, Südtirol. Ob der Koch dort oder doch in Aschau beerdigt wird – auch darüber ist noch nichts an die Öffentlichkeit gedrungen. Michael Weiser

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