Aschau – Hunderte Menschen haben sie bereits vernommen, doch nach dem entscheidenden Hinweis auf den Täter im Fall Hanna W. suchen die Ermittler noch. Wie berichtet, war die junge Frau in der Nacht zum 3. Oktober nach einem Besuch des „Eiskellers“ in Aschau gewaltsam ums Leben gekommen. Die Kriminalpolizei hofft nun auf neue Hinweise in der bekannten ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“, die am heutigen Mittwoch um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird und den Fall aufgreift. Hans-Peter Butz, Leiter der Soko „Club“, die den Fall aufklären will, wird in der Sendung über den Stand der Ermittlungen informieren und Fragen an die Zuschauer richten.
Dass die „Aktenzeichen“-Produzenten bereits vom „Mordfall Hanna“ sprechen, die Polizei aber nach wie vor von einem „Tötungsdelikt“, hat seinen Grund in einem juristischen Detail: So lange die Tat nicht belastbar Mordmerkmale aufweise, sondern auch ein Totschlag sein könne, lege man sich nicht fest, so die Polizei.
Der Hauptgrund für den persönlichen Einsatz von Hans-Peter Butz in den Bavaria-Filmstudios in München: Es muss schnell gehen. Es kann Monate dauern, bis ein Filmbeitrag gedreht ist, der den Hergang eines Verbrechens erzählt. Die Kripo in Rosenheim will aber potenzielle Zeugen so schnell wie möglich sensibilisieren – bevor ihre Erinnerung verschwimmt. Vielleicht habe ja der eine oder andere eine kleine Beobachtung gemacht, die ihm selber gar nicht so wichtig erscheine, die aber den Ermittlungen eine Wende geben könne, erklärt Pressesprecher Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd..Michael Weiser