Töging/Mühldorf – Als Reaktion auf die Überprüfung seiner Doktorarbeit durch die Münchner Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) hat CSU-Generalsekretär Martin Huber am gestrigen Freitag seinen Doktortitel freiwillig zurückgegeben. Damit reagierte der Töginger auf das Urteil des Prüfungsausschusses, dass man seine Arbeit nicht als Dissertationsleistung hätte annehmen dürfen.
Überraschend und enttäuschend sei die Beurteilung der Universität für ihn gewesen, sagte Huber auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Gleichwohl akzeptiere und respektiere er dieses Urteil. „Es ist gut, dass die Prüfung nun abgeschlossen ist, meine volle Konzentration gilt weiter meiner Arbeit als CSU-Generalsekretär.“ Dass er für seine „sehr gute Arbeit“ keinen Doktortitel brauche, betont Max Heimerl in einer ersten Reaktion. „Dass er diesen nun zurückgibt, obwohl für die Universität selbst die Voraussetzungen für einen Entzug nicht gegeben sind, spricht für Martin Huber und verdient unseren Respekt“, sagt Heimerl, der in Mühldorf Landrat und auch CSU-Kreisvorsitzender ist.
Auch Stephan Mayer zollt seinem Parteifreund Anerkennung für einen Schritt, der sicher nicht leicht gewesen sei, so der Bundestagsabgeordnete auf Nachfrage. „Entscheidend für einen guten Politiker ist nicht, ob er einen Doktortitel trägt, sondern ob er sich leidenschaftlich, kompetent und bürgernah einsetzt. Für mich ist Martin Huber ein herausragender und bürgernaher Politiker.“ Über die Vorgänge der Überprüfung wisse er nicht Bescheid, sagte Mayer.
Genauso wenig wie der ehemalige Ampfinger Landtagsabgeordnete und Staatsminister Dr. Marcel Huber, der sich nicht anmaßen wolle, den Vorgang zu bewerten. Den Titel zurückzugeben, sei eine persönliche Entscheidung von Martin Huber. Jedoch scheint der promovierte Tierarzt durchaus mitfühlen zu können. Denn: „Ich habe meinen Titel durch elf Jahre Kabinett gerettet und weiß nicht, wie viele Leute versucht haben, diesen zu zerlegen.“
Marcel Huber verweist auf den Aufwand, den man als Doktorand in seine Dissertation stecke. Im Rahmen seiner tiermedizinischen Arbeit seien es zweieinhalb Jahre intensiver Messungen bei Bullen samt Auswertungen gewesen. Einer experimentellen Arbeit sei seiner Ansicht nach schwieriger beizukommen als einer geisteswissenschaftlichen. Dennoch: Dass Universität oder Doktorvater Fehler wissenschaftlichen Arbeitens erst Jahre später feststellen, sei ein wenig seltsam.
Dass man „solche Angriffe“ auf die Person Martin Huber nicht hochhängen sollte, merkt Klaus Stöttner an. Der Rosenheimer CSU-Landtagsabgeordnete kennt und schätze Martin Hubers Arbeit im Landtag aus eigener Erfahrung. Der Verlust des Doktortitels sei unerheblich; es zähle das, was bei Martin Hubers Arbeit herauskomme, so Stöttner auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. „Martin Huber hat sich stets verlässlich und kollegial verhalten. Er hat starke umweltpolitische Themen eingebracht, die sich durchgesetzt haben.“