Große Resonanz auf Typisierung

von Redaktion

230 weitere potenzielle Lebensretter für Sabrina Döring aus Albaching registriert

Albaching – Sonntag, 4. Dezember, waren es 130 Personen, die den Wangenabstrich im Isar-Amper-Klinikum durchführen ließen. Am Montag, 5. Dezember, kamen noch einmal 100 Personen, teilt Henner Lüttecke, Pressesprecher des Krankenhauses, auf Anfrage der Wasserburger Zeitung mit. Mittwoch, 7. Dezember, geht die Aktion weiter – am kbo-Standort Schwabing und am 13. Dezember am Standort Fürstenfeldbruck, so Lüttecke weiter.

Kliniken des Bezirks
übernehmen Kosten

Dass sich die Kliniken des Bezirks so engagieren und auch die Kosten übernehmen, hat einen guten Grund: Es geht um das Leben einer Mitarbeiterin. Sabrina Döring arbeitet seit ihrem Examen an der Krankenpflegeschule des Bezirkskrankenhauses Taufkirchen am kbo-Klinikum Haar. Als dieses erfuhr, dass die Mitarbeiterin dringend eine Knochenmarkspende benötigt, sagte das Direktorium nach Angaben der Pressestelle sofort zu, zum ersten Mal selber eine Typisierungsaktion durchzuführen und die Kosten zu übernehmen.

Die beliebte Pflegekraft erkrankte nach Informationen von Angehörigen im September 2014 zum ersten Mal an Leukämie.

Kampf dauert
bereits seit 2014 an

Es folgten längere Klinikaufenthalte und mehrere onkologische Betreuungen auch mit Chemotherapie. Doch Sabrina Döring überwand die Krankheit, die sie und die Familie auch seelisch sehr forderte.

Sabrina Döring hat jedoch mit Folgeschäden der Therapien zu kämpfen – vor allem an den Knie- und Ellbogengelenken. Als eine Teilprothese im linken Knie erstellt werden sollte, war zur OP-Vorbereitung erneut ein Blutbild erforderlich. Die Schreckensnachricht: Die Mutter von zwei Kindern ist erneut an Leukämie erkrankt, berichtet die Familie.

Dörings Familie sagt
Unterstützern „Danke“

Seit Ende Oktober befindet sich Sabrina Döring erneut im Klinikum Rechts der Isar. Dort hat wieder die Chemotherapie begonnen. Die Albachinger Mutter von zwei Kindern benötigt jedoch auch einen Stammzellenspender. Die ersten, die an der Typisierungsaktion am Sonntag und Montag, 4. und 5. Dezember, im kbo-Klinikum Haar teilnahmen, waren zwei Albachinger. „Es ist unglaublich, wie viele Nachbarn, Freunde und Bekannte uns unterstützen“, sagt Ehemann Ben Döring. Er kümmert sich neben seiner Berufstätigkeit um die beiden Kinder, und den Haushalt, einmal in der Woche besucht er seine Frau, „ansonsten sehen wir uns digital“, sagt er.

Die Familie hält zusammen, ist bei der Typisierungsaktion mit vielen Mitgliedern vor Ort vertreten und bedankt sich bei vielen, die den Wangenabstrich machen, persönlich. „Zu keiner Sekunde“ werde aufgegeben, sagt die Mutter von Sabrina Döring, Cornelia Wolf. „Wir wissen, dass es klappt, aber nicht, wann der Weg erreicht ist.“

Wer sich ebenfalls testen lassen möchte, kann dies von daheim aus tun. Dazu kann bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ein Registrierungsset bestellt werden. Es beinhaltet alles für einen Wangenabstrich, der nach der Durchführung zurückgeschickt wird. Als möglicher Spender ist der Teilnehmer dann in die DKMS-Datenbank aufgenommen.

„Das Schicksal
berührt uns sehr“

Auch Albachings Bürgermeister Rudolf Schreyer drückt der Mitbürgerin die Daumen. „Es ist eine extreme Situation, in der sich die Familie befindet“, sagt er, „das Schicksal berührt uns sehr.“

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