Rosenheim – „Heimatstrategie Behördenverlagerungen Bayern 2030“ lautet das Motto, unter dem die Staatsregierung ihr Dezentralisierungskonzept vorantreibt. Knapp zwei Dutzend Mitarbeiter sind mittlerweile probeweise in dem Bürogebäude im Rosenheimer Aicherpark untergebracht. Der Komplex umfasst nach Angaben des Bayerischen Innenministeriums etwa 1850 Quadratmeter Nutzfläche, der Mietvertrag hierfür läuft bis 31. August 2027.
80 bis 100
Arbeitsplätze
Die Immobilie bietet Platz für circa 80 bis 100 Arbeitsplätze und ist laut Ministerium bewusst „als erste Stufe der Teilverlagerung“ geplant. „Dieses Modell eröffnet allen interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, den Standort Rosenheim unabhängig von einer künftigen Entscheidung über zu verlagernde Aufgaben und Organisationseinheiten kennenzulernen. Die erste Phase der Eröffnung soll ganz bewusst als Probebetrieb dienen, von dem sich die Regierung von Oberbayern wertvolle Hinweise für das weitere Vorgehen erwartet“, heißt es aus dem Ministerium.
Klar ist, dass in der Endstufe des Aufbaus der geplanten Außenstelle ein größeres Gebäude benötigt wird. Was den Verkauf eines geeigneten Grundstücks hierfür betrifft, steht die Stadt Rosenheim bereits seit einiger Zeit Gewehr bei Fuß. Im nördlichen Bahnhofsareal hält sie für die Errichtung des Regierungssitzes ein circa 3500 Quadratmeter großes Areal frei, auf dem die Errichtung eines Gebäudes mit fünf bis sieben Vollgeschossen möglich wäre. Innenminister Joachim Herrmann hat das Grundstück vor einiger Zeit sogar persönlich in Augenschein genommen. Ob der Freistaat das Gelände als geeignet für den Regierungssitz einstuft und es von der Stadt Rosenheim kauft, ist laut Ministerium noch nicht entschieden.
Eindeutiges
Signal
Was den Entscheidungsprozess betrifft, will Oberbürgermeister Andreas März auf den Freistaat keinen kurzfristigen Druck ausüben.
Seiner Einschätzung nach erhält die Stadt im ersten Halbjahr 2023 ein eindeutiges Signal, wie das Land zu einem Standort in unmittelbarer Bahnhofsnähe steht. „Diese Zeit haben wir. Auch ein Jahr hin oder her wäre für uns nicht dramatisch“, so der Rathauschef. Es gebe eine grundsätzliche Frage zu klären, die das Innenministerium beantworten müsse: Will der Freistaat in Rosenheim selbst als Bauherr auftreten, oder soll eine Firma das Gebäude errichten, welches dann an ihn vermietet wird?