Lob vom Landesvater für „Super-VIPs“

von Redaktion

Bezirksempfang im Ballhaus Rosenheim für 250 engagierte Bürger

Rosenheim – Bayern ist das Land des Ehrenamts. Um Danke zu sagen, hat Ministerpräsident Dr. Markus Söder 250 engagierte Bürger zu einem Bezirksempfang ins Ballhaus Rosenheim eingeladen. Neben der Würdigung der Ehrenamtlichen ging es auch um Corona und den Ukraine-Krieg.

Normalerweise sind Ehrengäste diejenigen, die aus dem politischen Umfeld kommen. Es sind Landräte wie Otto Lederer (Rosenheim), Bernhard Kern (Berchtesgadener Land), Anton Speer (Garmisch-Partenkirchen), Maximilian Heimerl (Mühldorf) oder Josef Niedermaier (Bad Tölz-Wolfratshausen). Es sind Landtagsabgeordnete wie Klaus Stöttner oder Bürgermeister wie Daniel Artmann und Andreas März. Letzterer mit „neuer Haarpracht“, wie Ministerpräsident Markus Söder feststellte. „Eigentlich sind das die Super-VIPs“, sagte Söder. Nicht so am Montagabend.

An diesem Abend waren die Ehrengäste und „Super-VIPs“ Menschen wie Anita Eggert vom Bürgerhaus E-Werk, Özgür Yildirim vom Projekt „Bewegung im Westen“, Peter Kaiser von der Rosenheimer Leibspeise, Martha Huber vom Schwimmverein Grün-Weiß Holzkirchen, Günter Schwarz vom Weißen Ring, Alto Merkt vom Asylhelferkreis Neubeuern und Helmut Hahn, Vorsitzender der Egerländer Gmoi.

Ehrenamtliche freuen sich über Dankeschön

„Wir haben uns ganz bewusst entschieden, diesen Empfang zu machen – als Wertschätzung, Respekt, Dankeschön und Motivation für Sie alle, die im Ehrenamt so großartig tätig sind“, sagte Ministerpräsident Söder an die rund 250 Anwesenden gewandt. Bayern lebe vom Ehrenamt, das spiegele sich auch in den Zahlen wider. So müsste der Staat rund 8,5 Milliarden Euro bezahlen und 210 Millionen Stunden pro Jahr besetzen, wenn das Ehrenamt wegfallen würde. „Dafür hat der Staat weder das Geld noch die Zeit“, sagte Söder.

Umso wichtiger sei es dem Ministerpräsidenten deshalb gewesen, Danke zu sagen. Für den unermüdlichen Einsatz, die Herzlichkeit und die Motivation, etwas für andere zu tun. Dass dieses Vorhaben aufzugehen schien, zeigte sich in Gesprächen mit den Anwesenden. „Es ist schön, wenn man ein Dankeschön zurückbekommt, mit dem man nicht gerechnet hat“, sagte Günter Schwarz, Außenstellenleiter des Vereins für Kriminalitätsopfer Weißer Ring. „Für uns ist es eine Bestätigung, dass wir gesehen werden“, sagte Martha Huber vom Schwimmverein Grün-Weiß Holzkirchen, die gemeinsam mit ihrem Mann Anton zur Veranstaltung erschien. „Vielleicht findet man auf diesem Weg Leute, die ebenfalls daran interessiert sind, ein Ehrenamt auszuüben“, ergänzte Almuth Aicher, Vorstandsvorsitzende der Rosenheimer Bürgerstiftung.

„Ehrenamt nicht immer einfach“

„Ich weiß, dass auch ein Ehrenamt oft nicht einfach ist“, fuhr Söder fort. Er sei selbst seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich aktiv, wisse, dass man schon fast eine Doktorarbeit schreiben müsse, um ein Grill- oder Sommerfest veranstalten zu können. „Ich weiß, dass das nicht leicht ist. Danke, dass Sie trotzdem die Energie bewahrt haben“, sagte der Ministerpräsident.

Generell bedankte sich der Ministerpräsident an diesem Abend viel. Nicht nur für das Ehrenamt, sondern auch für das Durchhalten und Mitmachen während der Corona-Pandemie. „Wir haben diese schwere Zeit gut gemeistert und teilweise besser überstanden als andere Länder“, sagte der Ministerpräsident. Er sei selbst mittlerweile Hobby-Virologe, hoffe jedoch, dass er „nicht ganz so schlimm aussieht wie der Bundesgesundheitsminister“. Zwar bleibe Corona nach wie vor eine Herausforderung, trotzdem setze man in Bayern nun auf Eigenverantwortung und Freiwilligkeit statt auf Pflicht. Aus diesem Grund habe er sich beispielsweise ausdrücklich dafür ausgesprochen, die Maskenpflicht im ÖPNV aufzuheben.

Fakt ist aber auch, dass die Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht das einzige Thema war, das die Bürger beschäftigte. Söder erinnerte in Rosenheim auch an den „furchtbaren Krieg“ und bedankte sich bei den anwesenden Politikern dafür, dass sie zahlreiche Menschen aufgenommen haben, die aus der Ukraine geflüchtet sind.

Auch zur Energiedebatte äußerte er sich. Zwar sei es richtig, sich mit den Energiepreisen und der Energieversorgung auseinanderzusetzen, trotzdem halte er nichts davon, die „Waschlappen-Strategie von Winfried Kretschmann zu übernehmen.“ Der Ministerpräsident Baden-Württembergs hatte sich in einem Interview als „Waschlappen-Fan“ geoutet und gesagt, dass man nicht dauernd duschen müsse – auch der Waschlappen sei eine „brauchbare Erfindung.“

Dringender Appell
an Bundesregierung

Diese Vorschläge sind für ein Industrieland laut Söder nicht akzeptabel. Seiner Meinung nach müssen Regierungen für eine bezahlbare und sichere Energieversorgung sorgen. Aus diesem Grund richtete er während der Veranstaltung einen dringenden Appell an die Bundesregierung, mit der Bitte, die Strom- und Gaspreisbremse „rasch und konsequent umzusetzen.“ Er regte an, die Kernenergie nicht ab einem bestimmten Datum abzuschalten, sondern so lange laufen zu lassen bis Sicherheit in der Energieversorgung der Zukunft bestehe.

Söder lud die Menschen im Ballhaus dazu ein, optimistisch zu bleiben. Wenn er es als Fan des FC Nürnberg schaffe, dann könne es auch allen anderen gelingen, so der Ministerpräsident. Und wenn es einmal schwerfalle, gebe es immer noch das Lied „Immer wieder geht die Sonne auf“ von Udo Jürgens. „Das sollte auch unser Motto sein. Und am schönsten scheint die Sonne dann doch in Bayern – und ganz besonders in Oberbayern“, so der Ministerpräsident.

Musikalisch begleitet wurde der Empfang von den Hinterberger Musikanten. Als Überraschungsgast trat Wolfgang Krebs auf. Der Kabarettist ist als Double von Edmund Stoiber bekannt und sorgte mit den bekannten Stoiber-Wortverdrehungen für zahlreiche Lacher. Auch er hatte Ratschläge zu Energiesparmaßnahmen: Man könne ja das Licht am Ende des Tunnels ausschalten beziehungsweise das Licht in Amtsstuben durch Bewegungsmelder ersetzen.

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