Nicht die letzte Generation

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Vor dem Adventsgottesdienst der Bergwacht kommt ein junges Mädchen aus der Jugendgruppe der Bergwacht zu mir in die Sakristei und fragt, ob sie vielleicht ministrieren könne. Natürlich gerne! Ein anderer aus dieser Jugendgruppe liest die Fürbitten. Zwei reife junge Menschen, die wie selbstverständlich eine Aufgabe übernehmen und sich einbringen. Sie tun es aus Überzeugung nicht nur vor der Adventsfeier für die Gemeinschaft der Sektion, sondern bei der Bergwacht das ganze Jahr über bei verschiedenen Übungen und Einsätzen. Unsere Ministranten versammeln sich an diesem Abend zeitgleich im Pfarrheim und basteln Weihnachtsgeschenke für einsame Menschen, die nach dem Tod ihres Partners an Weihnachten allein sind. Meine Liste wird hier leider jedes Jahr länger. Stilles Engagement ohne großes Aufhebens. So ganz anders als die Aktionen anderer junger Menschen, die sich medienwirksam am Stachus festkleben und damit Rettungseinsätze behindern oder in Museen mit Farbklecksen Kunstwerke unwiederbringlich zerstören. Tatsächlich habe auch ich Sorge um unsere Schöpfung und sehe die zunehmende Vereinsamung vieler alter Menschen in den Städten. Die Zeit des Wegschauens ist definitiv vorbei und wir sind alle in der Verantwortung. Die Jugendgruppe der Bergwacht und unsere Ministranten leisten zumindest in meinen Augen einen effektiveren Beitrag als militante Klimaaktivisten, die anderen damit noch Schaden zufügen. Wenn jeder das Seine tun würde, brauchen wir die Hoffnung nicht zu verlieren. Dann sind wir auch nicht die letzte Generation.

Artikel 8 von 11