Bäume sollen für Neubau fallen

von Redaktion

Streit um Erweiterung der Hochschule Rosenheim nimmt Fahrt auf

Rosenheim – Der Streit um den Neubau der Hochschule Rosenheim reißt nicht ab – genauer gesagt: Der Streit um die Bäume. Denn für diesen müssen alte Bäume weichen. Das und die Ersatzpflanzung bringt Kritik mit sich, die sich aktuell neu formieren.

Der neue Bau der TH-Rosenheim ist eigentlich komplett unstrittig. Im Rosenheimer Stadtrat gibt es quasi keine Kritik an dem Vorhaben – wären da nicht 80 alte Bäume. Die sollen nämlich dem neuen Studierendenzentrum weichen. Dort sind eine Mensa mit Speisesaal, ein digitales Lernzentrum sowie Servicebüros vorgesehen. In einer Tiefgarage, die unter die beiden Gebäude gebaut werden soll, entstehen 133 Stellplätze. Weitere 36 Parkplätze werden oberirdisch gebaut.

Einige der Bäume, bemängelt Stadtrat Peter Weigel (Grüne), seien eben auf diesem Parkplatz. Und da sei doch etwas mehr Flexibilität möglich. „Die Technische Hochschule ist sowieso schon eine Hitze-Insel“, erklärt Weigel. Wenn nun die Bäume wegkämen, würde die Situation noch verschärft werden. Zwar wollte er keinesfalls den Neubau als solchen verhindern, aber um die Bäume müsse sich gekümmert werden.

Auch weil die 76 Ersatzpflanzungen zum Teil kleine Bäume vorsehen. Die 80 bestehenden Bäume seien zum Großteil sehr groß, die Stämme hätten zum Teil Durchmesser von bis zu über 250 Zentimetern. Grundsätzlich begrüße er aber, dass die Bauten der TH sehr nachhaltig seien. Doch der noch ausstehende qualifizierte Freiflächengestaltungsplan müsse im Umweltausschuss der Stadt besprochen werden.

Auf genau diesen Plan verweist auch die Hochschule Rosenheim: „Die genaue Zahl der Bäume, die gefällt werden müssen, steht noch nicht fest“, erklärte Pressesprecher Anton Maier von der Hochschule. Andere Möglichkeiten – etwa das Studierendenzentrum woanders oder schmaler, aber höher zu bauen seien nicht möglich gewesen, weil schwere Maschinen in Labors kommen müssten und die bisherige Bebauung wenig anderen Spielraum lasse. „Zudem wurde durch die Stadt Rosenheim festgelegt“, so Maier weiter, „dass sich die Gebäudehöhe des Neubaus an der umgebenden Bebauung orientieren muss“. Daraus ergebe sich eine Maximalhöhe. Des Weiteren verwies Maier auf die auch von Weigel gelobten hohen Standards beim Neubau: „Insgesamt ist für das Bauvorhaben der höchste Qualitätsstandard nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen angestrebt.“

Inzwischen haben auch überregionale Medien wie gestern Abend die BR-Sendung Quer das Thema aufgegriffen.

Wie der genaue Plan weiter aussieht und ob dieser im Ausschuss der Stadt Rosenheim diskutiert wird, steht noch nicht fest.

Thomas Stöppler

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