Mit Lego-Robotern zum Gütesiegel

von Redaktion

Um als „MINT-freundliche“ und „Digitale Schule“ ausgezeichnet zu werden, müssen viele Anforderungen erfüllt werden. Das Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium schafft dies unter anderem durch Roboter aus Lego und Aquarien. Die Schule hat jedoch noch andere Asse im Ärmel.

Rosenheim – „MINT-freundlich heißt bei uns, wir möchten bei allen das Interesse an den Naturwissenschaften und im Mathematischen Bereich fördern“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Georg Suttner. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Dabei gehe es darum „sowohl Buben als auch Mädchen“ ihren Begabungen entsprechend zu stärken. Um die Auszeichnung „MINT-freundlich“ zu bekommen, müssen die Bewerber, laut einer Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, mindestens zehn von 14 Kriterien eines standardisierten Kriterienkatalogs erfüllen.

Regelmäßiges
Seminarangebot

Den Kriterien entspricht augenscheinlich das Rosenheimer Gymnasium, da es zum einen einen festen naturwissenschaftlich-technologischen Zweig anbietet, für den sich die Schüler entscheiden können, erklärt Suttner. Außerdem bestehe ein regelmäßiges Seminarangebot für W-Seminare und P-Seminare der Oberstufe in den entsprechenden Fächern. Über den Pflichtunterricht hinaus kann auch an Wahlkursen verschiedener naturwissenschaftlicher Bereiche teilgenommen werden. Dazu gehört der Kurs „Robotik“, das experimentelle Arbeiten in den Fächern Physik und Chemie im „Science Club“ oder auch der biologische Wahlkurs „Aquarium“. In Letzterem sollen die Schüler sich selbst um Pflege und Erhalt des schuleigenen Aquariums kümmern. Auch existiere ein spezieller Tag, an denen lebende Spinnen und Reptilien von den Schülern betrachtet und berührt werden können, wodurch sie einen nahen Eindruck über die Lebewesen erhalten.

Bayern setzt besonders auf die Förderung dieser Bereiche. Das zeigt sich auch an der Anzahl bayerischer Schulen mit Auszeichnungen als „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“. Dieses Jahr gehört es ebenfalls wieder zu den 148 Schulen mit Auszeichnung von dem bayerischen Kultusminister Michael Piazolo. Bereits seit 2016 gilt das Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium als „MINT-freundliche“ und seit 2019 als „Digitale Schule“. Dies ist auch an der Beschilderung am Eingang des Gebäudes zu erkennen. Zum anderen habe die Schule auch „einen relativ starken Wettbewerbscharakter in dem Bereich“, erzählt Suttner. In Mathematik nimmt sie beispielsweise an den Landeswettbewerben teil, und hat im letzten Jahr sogar den Titel „Landessieger“ erreicht. Neben dem Wettbewerb „Informatik Biber“, haben interessierte Schüler auch die Möglichkeit in der „First Lego League“ Roboter aus Lego-Bausteinen zu bauen, zu programmieren und mit diesen gegen andere Teams und Schulen anzutreten. In einem freiwilligen „Mathe-Camp“ können Schüler der Unter- und Mittelstufe außerdem für ein ganzes Wochenende Mathematik-Rätsel lösen und in bestimmten Bereichen gefördert werden.

Auch die fortschreitende Digitalisierung geht an dem Gymnasium nicht vorbei. Mit dem Titel „Digitale Schule“ setze man darauf, dem „Erzieherischem Auftrag nachzukommen und die Jugendlichen vorsichtig an einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Geräten heranzuführen.“ Es gehe dabei um ein „bestimmtes pädagogisches Konzept, wie man die Technik sinnvoll einsetzt“, so der stellvertretende Schulleiter. Dafür seien die Klassenzimmer mit einheitlichen Beamern und anderen Geräten ausgestattet worden. Es gebe zusätzlich Computerräume und Klassensätze an Tablets, um diese „zielgerichtet im Unterricht“ einsetzen zu können. „Wenn man sie nicht braucht, dann bleiben die Geräte aber auch weg“, erklärt er. Die Teilnahme an einem staatlich geförderten Projekt als Pilotschule, soll der Testlauf einer digitalisierten Klasse sein. „Bei uns nimmt die gesamte achte Jahrgangsstufe fest an diesem Projekt teil“, so Suttner. Dabei habe jeder Schüler ein eigenes Gerät, mit Bezuschussung von 300 Euro vom Staat, erhalten. Unter anderem sei es dabei notwendig, den Umgang mit den Medien kritisch aufzuklären, einen verantwortlichen Umgang mit den Geräten vorzuzeigen und auch die Suchtprävention zu thematisieren.

Einheitliche
Geräteausstattung

Es sei wichtig, dass die Schule mit Digitalen Medien arbeite. Laut Suttner habe sich das auch in dem Distanzunterricht während der Pandemie gezeigt. „In Corona-Zeiten wurde vieles über Videokonferenzen gemacht und dafür hatten wir auch ein relativ stabiles System“, sagt er. Die bestehende einheitliche Geräteausstattung für die Lehrer sei dabei bedeutend, damit man ohne Probleme digital unterrichten könne. Mittlerweile arbeiten aber auch viele Oberstufenschüler mit eigenen tragbaren Geräten im Unterricht. Dafür müsse von diesen Schülern jedoch eine Rahmenvereinbarung über Film- und Fotorechte und andere Benutzungsregeln unterschrieben werden. Bei Verletzung dieser, dürfe das Gerät der Betroffenen nicht mehr im Schulgebäude genutzt werden.

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