Bad Aibling/Soyen – Zwei Todesopfer gab es heuer im Landkreis Rosenheim an Bahnübergängen: eine 76-jährige Frau aus Bad Aibling und ein 52-jähriger Mann aus Soyen.
Die Bad Aiblingerin überquerte an einem Donnerstag Ende März gegen 13.50 Uhr zu Fuß den Bahnübergang „Kurpark“, obwohl die Schranke bereits geschlossen war. Ein aus Kolbermoor kommender Regionalzug erfasste die Frau, obgleich der Zugführer noch die Notbremse gezogen hatte. Zu spät: Die 76-Jährige erlag kurz darauf im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Am Unfallort waren ein Kriseninterventionsteam sowie ein Notfallseelsorger im Einsatz; Bahnfahrer wurden nicht verletzt.
In Soyen war es am unbeschrankten Bahnübergang Seeburg, an dem der 52-jährige Mann Ende November ums Leben kam, in der Vergangenheit schon mehrfach zu Unfällen gekommen: Seit 2007 starben hier bereits sieben Menschen. Das jüngste Opfer wollte abends gegen 18 Uhr mit seinem Opel die Gleise überqueren und wurde von einem aus Rosenheim kommenden Regionalzug der Südostbayernbahn gerammt. Vermutlich hatte der 52-Jährige den Zug schon kommen sehen, und schätzte dessen Geschwindigkeit falsch ein. Nur eine Lichtanlage warnt an diesem Übergang vor herannahenden Zügen. Die rasch am Unfallort eintreffenden Rettungskräfte, Feuerwehren und das Technische Hilfswerk konnten den Mann nicht mehr retten, er starb noch an der Unfallstelle. An Zug und Auto entstanden Schäden von rund 100000 Euro.
Besonders tragisch: Der Übergang galt schon lange als gefährlich und sollte daher laut Bahn mit einer Halbschranke ausgestattet werden, was jedoch bislang am Schutz einer besonderen Ameisenart scheiterte, die am Standort heimisch sein soll. Auch bürokratische Hürden sorgen dafür, dass es bislang nicht zu besseren Sicherheitsmaßnahmen am Übergang kam. sen