Irschenberg/Raubling – Am Dienstagnachmittag unterzog der Gefahrgutkontrolltrupp des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd auf der Autobahn A8 einen Sprinter einer Kontrolle. Der Fahrer, ein 49-jähriger Italiener, Sohn des Inhabers einer Feuerwerksfabrik, hatte knapp 750 Kilogramm Feuerwerkskörper an Bord.
In der Ladung fanden die Beamten auch verschiedene Böller, die unter die Kategorie Großfeuerwerk fallen. Um sie liefern zu dürfen, benötigt man einen speziellen Fachkundenachweis. Bei der Begutachtung des Fahrzeugs stellten die Beamten fest, dass in unmittelbarer Nähe zur gefährlichen Ladung eine Powerbank mittels eines handelsüblichen Kabels geladen wurde. Tatsächlich darf diese Art von Feuerwerkskörpern nur in explosionsgeschützten Fahrzeugen, die beispielsweise über einen doppelten Schutz der Kabelstränge gegen Kurzschluss verfügen, transportiert werden. Die Powerbank besaß einen Lithium-Ionen-Akku, der einen Brand hätte auslösen können – mit unvorhersehbaren Folgen. Der Transporter hatte rund 450 Kilogramm reines Explosivmaterial geladen. Nach Einschätzung der Polizei hätte eine Explosion den Sprinter komplett zerstört.
Der Fahrer konnte überdies keine Aufzeichnungen über seine Lenk- und Ruhezeiten vorzeigen. Die Beamten untersagten die Weiterfahrt. Es wird nun unter anderem wegen Verstößen nach dem Sprengstoffrecht ermittelt.