Traunstein/Obing – Die Tat hielt die 4300-Einwohner-Gemeinde tagelang in Atem: In der Nacht auf den 2. April wurde eine 54-Jährige in Obing brutal vergewaltigt.
Am Mittwoch, 11. Januar, beginnt vor dem Traunsteiner Landgericht der Prozess gegen einen 32 Jahre alten Rumänen.
Laut Staatsanwaltschaft hat er die Frau über eine knappe Stunde vergewaltigt, sie währenddessen beklaut und ihr mit dem Tod ihrer Familie gedroht. Verhandelt wird ab 9.15 Uhr.
Die Frau war auf dem Heimweg von der Arbeit, hatte eigentlich nicht weit. Vor der Fußgängerbrücke über den Moosmühlbach soll der 32-Jährige sie von hinten gepackt und auf eine Wiese gezerrt haben. Während er sich an der Frau verging, habe er immer wieder ihr Gesicht zu Boden gedrückt, wodurch sie keine Luft mehr bekam, so die Staatsanwaltschaft.
Angeklagt ist der Mann wegen Vergewaltigung und Raub. Weitere Prozesstage sind für 23. und 25. Januar vorgesehen, am 27. Januar könnte das Urteil fallen.
Seit der Festnahme am 9. April 2022 sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft. Zuvor herrschte Verunsicherung in Obing, der Täter war sieben Tage lang auf freiem Fuß.
Die Polizei bemühte sich, auch mit berittenen Sicherheitskräften Präsenz zu zeigen. Von „großer Verunsicherung“ berichtete seinerzeit Bürgermeister Josef Huber aus Obing damals gegenüber unserer Zeitung.
Auch für die Polizei war es ein „sehr extremer“ Fall: Eine derart brutale Vergewaltigung im öffentlichen Raum habe es „seit Jahren nicht mehr gegeben“, bekannte Polizeisprecher Stefan Sonntag in einer Stellungnahme.