Den Gebirgsschützen und der Heimat treu

von Redaktion

Nachruf Ehrengauhauptmann Anton Greimel gestern in Unterwössen beigesetzt

Unterwössen – Anton Greimel, Regierungsbaumeister im Ruhestand und Ehrengauhauptmann der Bayerischen Gebirgsschützen, wurde am gestrigen Freitag auf dem Unterwössner Kirchenfriedhof beigesetzt. Die Trauerfeier fand im engsten Familien- und Freundeskreis statt, die Pfarrkirche war sehr gut besucht.

Am 12. März 1944 in Unterwössen geboren, besuchte er dort die Volksschule. Das Gymnasium in Marquartstein verließ er 1964 mit dem Abitur. Nach dem Wehrdienst studierte Greimel Bauingenieurwesen in München.

Anstellung fand er beim Landkreis Rosenheim. 13 Jahre leitete er dessen Tiefbauabteilung und zeichnete dann einige Jahre für den gesamten Baubereich verantwortlich. 2006 ging er als Leitender Baudirektor in den Ruhestand. In seine Amtszeit fielen Bauwerke, wie die Innbrücke bei Neubeuern, die Anbindung der Südumgehung von Bad Aibling an das Kreisstraßennetz und die Priener Seestraßenunterführung.

Trotz des Arbeitsplatzes in Rosenheim blieb Greimel seiner Heimat und seinem Wohnort Unterwössen eng verbunden. Von 1962 bis 1989 diente er bei der Freiwilligen Feuerwehr zuletzt als Löschgruppenführer. Von 1978 bis 2014 saß er als Gemeinderat und zuletzt Vertreter des Bürgermeisters im Gemeinderat. Von 1968 bis 1982 wirkte er als Pfarrgemeinderat.

Als Vertreter der Gemeinde saß er im Heimat- und Geschichtsverein Achental. Bis zuletzt arbeitete er als Ortsheimatpfleger und kundiger Ansprechpartner für alle historischen Belange rund um Unterwössen und das Achental.

Besonders am Herzen lag ihm die Geschichte der Bayerischen Gebirgsschützen. Greimel wirkte maßgeblich bei der Wiedergründung der Gebirgsschützenkompanie Wössen/Achental im Jahr 1973 mit und blieb bis 1992 deren Hauptmann.

Seit 1996 arbeitete er im Bataillon der Gebirgsschützen Inn/Chiemgau und wurde 1982 deren Gauhauptmann und Bataillonskommandant.

Als er nach 30 Jahren aus diesem Amt schied, ernannte ihn das Bataillon zum Ehrengauhauptmann.

Zusammen mit seinem Bruder Bernhard gestaltete und organisierte Anton Greimel das „Traditionelle Wössner Seeräuberspiel“ federführend mit.

Greimel habe immer für die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart gestanden, fand Bezirkstagspräsident Josef Mederer Ende 2015, als er den Unterwössner mit der Bezirksmedaille auszeichnete. Bereits 1987 erhielt Anton Greimel das Bundesverdienstkreuz am Bande, erinnert sich Bruder Bernhard Greimel.

So wissbegierig Greimel auf alle Fakten von zeitgeschichtlicher Relevanz war, so freigebig war er mit der Weitergabe solcher Informationen, die er in unendlich vielen Seiten zusammengetragen, überarbeitet und fein säuberlich – zumeist in gestochener Handschrift – bewahrte. Auch unsere Zeitung profitierte häufig davon.

Über 200 Kulturdenkmäler listete er als Ortsheimatpfleger und Greimel mühte sich im Ehrenamt immer wieder mit unterschiedlichen Partnern um deren Erhalt. Viele Jahre absolvierte Greimel bei der Bundeswehr und schied letztlich als Oberstleutnant der Reserve.

Um ihn trauern seiner Ehefrau Gerlinde, drei erwachsene Kinder und vier Enkeln. In einer berührenden Trauerfeier, begleitet von Gesang von acht Chormitglieder unter Leitung von Wolfgang Kurfer und Sigi Meier an der Harfe, später zwei Bläsern am Grab, nahmen Verwandte, Freunde und Wegbegleiter Abschied. Die Gebirgsschützen schossen dreifachen Salut.

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