Zwölfjähriger spielt mit Waffe vor dem Rathaus

von Redaktion

Polizeieinsatz in Rosenheim am gestrigen Freitag – Beamte stellen Bub im Salinpark

Rosenheim – Schrecksekunde am gestrigen Freitag in Rosenheim: Ein Autofahrer hatte gegen 10 Uhr der Polizei gemeldet, dass vor dem Rathaus eine verdächtige Person mit einer Waffe hantiere. „Ein Autofahrer hat sich bei uns gemeldet und eine verdächtige Person vor dem Rathaus gemeldet“, sagt Polizeihauptkommissar Robert Maurer kurz nach dem Einsatz. Der Autofahrer sei gerade die Königstraße entlang gefahren. Weil relativ viel Verkehr auf der Straße war, habe er Zeit gehabt, sich umzuschauen. Dabei sei ihm eine Person ins Auge gefallen, die mit einer Waffe vor dem Rathaus hantiert hat. „Der Autofahrer hat sofort den Notruf gewählt“, sagt Maurer.

Innerhalb weniger Minuten hätten sich mehrere Streifen auf den Weg zum Rathaus gemacht. Der Vorplatz wurde überprüft, anschließend das Rathaus. Doch von der verdächtigen Person fehlte jede Spur. „Wir haben dann weiter in der Innenstadt gesucht“, sagt Maurer. Im Salinpark seien die Beamten schließlich fündig geworden.

Bei der verdächtigen Person hat es sich laut dem Polizeihauptkommissar um einen zwölfjährigen Bub aus Rosenheim gehandelt. Die Überprüfung der Waffe habe ergeben, dass er eine Spielzeugpistole mit sich trug. „Der Bub hat sich keine Gedanken darüber gemacht, was der Umgang mit einem solchen Gegenstand in der Öffentlichkeit für eine Wirkung entwickeln könnte“, kritisiert Maurer. Dass Fälle wie dieser keine Seltenheit sind, zeigt ein Blick in andere Städte. Im vergangenen Jahr hat eine Spielzeugwaffe in Bad Cannstatt ebenfalls einen Polizeieinsatz ausgelöst. In Mainz sorgten zwei junge Männer für einen größeren Polizeieinsatz in der Nähe eines Einkaufszentrums, weil sie eine Spielzeugwaffe in den Händen hielten, die Medienberichten zufolge auf den ersten Blick aber nicht als solche zu erkennen gewesen sei. Und auch in der Region hat es in den vergangenen zehn Jahren immer wieder Vorfälle dieser Art gegeben.

Nachdem der Bub von der Polizei belehrt wurde, durfte er nach Hause gehen. Laut Polizei lag gegen ihn ein Schulverweis vor, weshalb er sich am Vormittag vor dem Rathaus aufhielt. Insgesamt waren acht Streifen im Einsatz – unter anderem auch aus Bad Aibling. Wer die Kosten des Einsatzes übernimmt, wird im Moment noch geprüft. Anna Heise

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