Rosenheim – Es raucht, es brennt, die Feuerwehr wird alarmiert und die Einsatzkräfte rücken aus. Nicht immer steckt hinter dem Rauch ein Feuer, das gelöscht werden muss. Nicht angemeldete beziehungsweise nicht anmeldepflichtige Daxenfeuer oder auch andere Brauchtumsfeuer lösen oft eine Falschalarmierung aus und binden Einsatzkräfte. Eine neue Online-Plattform soll Abhilfe schaffen. Künftig kann jeder, der im Landkreis Rosenheim, Miesbach und in der Stadt Rosenheim ein Daxenfeuer oder ein Brauchtumsfeuer plant, dies über das Internetmeldeportal www.daxenfeuer.de an die Integrierte Leitstelle (ILS) melden.
Die Meldung geht schnell, einfach und intuitiv über jedes Endgerät. Einfach unter www.daxenfeuer.de die Art des Feuers auswählen, die Kontaktdaten und die Adresse ausfüllen und abschicken. Die Integrierte Leitstelle, die Landratsämter Rosenheim und Miesbach sowie die Stadt Rosenheim sehen so übersichtlich und schnell den Ort und den Umfang des geplanten Feuers. So können bei Notrufen zu Rauchentwicklungen und Feuer schneller Rückschlüsse zu eventuellen geplanten und angemeldeten Feuern gezogen werden. Eine Alarmierung der Feuerwehr ist je nach Einschätzung des Leitstellen-Disponenten dann möglicherweise gar nicht nötig.
„Mit dieser neuen Plattform möchten wir auch die Einsatzkräfte entlasten“, erklärt Stefan Ertl, Leiter der Integrierten Leitstelle. Mit dem neuen System rechnet die ILS mit einem Rückgang von knapp 50 Prozent der Falschalarmierungen. Dabei bedeutet ein Eintrag unter www.daxenfeuer.de nicht, dass die Feuerwehr gar nicht mehr kommt. „Ob eine Alarmierung ausgelöst wird, entscheidet die Leitstelle aufgrund der eingegangenen Notrufmeldung weiterhin nach eigenem Ermessen“, betont Ertl. Bei der Meldung wird zwischen Daxenfeuer, Brauchtumsfeuer wie Peter und Paul, Johannifeuer oder Osterfeuer und sonstigem Zweckfeuer wie größere Grillschalen oder Feuerwerk unterschieden. Der neue Meldeweg ersetzt jedoch keine gegebenenfalls erforderliche Genehmigung und ist freiwillig. Jeder sollte sich darüber informieren, ob das Abbrennen des Feuers zum gewünschten Zeitpunkt erlaubt ist. Warnungen zu Waldbrand- oder Grünlandbrandgefahr sind bei den zuständigen Behörden oder auch auf der Internetseite des Waldbrandindexes unter www.wettergefahren.de zu sehen.
Die Zahl der Einsätze im Bereich des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehr ist in den zurückliegenden fünf Jahren um knapp ein Drittel gestiegen. Waren es 2016 noch etwa 66500 Einsätze, so liegt die Zahl im Jahr 2021 bei rund 93000 Einsätzen. Ein Großteil der Einsätze betreffen die Feuerwehren in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach sowie in der Stadt Rosenheim. Durch die Reduzierung der Falschalarmierungen soll letztlich auch die Belastung der Einsatzkräfte reduziert werden.