Liebevoller Blick auf unsere Welt

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Was es jetzt mit den chinesischen Spionageballons über mehreren Kontinenten wirklich auf sich hatte, wird sich zeigen. Ein Abgeordneter des amerikanischen Repräsentantenhauses meinte entrüstet: „Wir haben China mit der Hand in der Keksdose erwischt.“ Dem Normalbürger dagegen erscheint diese Art von Spionage der Geheimnisse anderer Staaten doch ziemlich unprofessionell. Uns muss jedoch bewusst sein, dass von vielerlei Seiten eine Unmenge von Daten über jedes Land und das Leben jedes Einzelnen gesammelt wird. Mit entwaffnender Offenheit meinte Eric Schmidt, Vorstandsvorsitzender von Google: „Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir können mehr oder weniger wissen, was du gerade denkst.“ Das erinnert mich fast ein wenig an das „Auge Gottes“, das als dreieckiges Symbol, umgeben von einem Strahlenkranz, auf vielen Kirchen und Gemälden abgebildet ist. Von manchen aufgeklärten und kritischen Zeitgenossen wird das oft als „Kontrollorgan Gottes“ belächelt. Ich empfinde aber, ehrlich gesagt, einen liebevollen göttlichen Blick auf unsere Welt viel tröstlicher und befreiender, als dilettantische Spionageballons und Googles undurchsichtige Datensammlung. Ein Gott der Freiheit braucht auch keine Kontrolle. Der Psalm 139 der Bibel sagt es mit besseren Worten: „Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich.“ Diese Worte geben mir echten Halt, denn damit ist mein kleines Leben behutsam in etwas viel Größerem geborgen.

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