Traunstein/Rosenheim – Im Prozess gegen „falsche Wasserwerker“ vor dem Landgericht Traunstein schränkten die vier Täter aus dem Raum Köln im Alter zwischen 27 und 48 Jahren ihre Geständnisse vom ersten Verhandlungstag gestern wieder teils ein. Dem Quartett liegen sieben schwere Bandendiebstähle in Bayern, darunter Starnberg und Rosenheim, sowie in Rheinland-Pfalz zur Last. Sie erbeuteten bei alleinstehenden alten Damen zwischen 78 und 89 Jahren Gold, Schmuck und Bargeld im Wert von 118500 Euro. Laut Anklage von Staatsanwalt Florian Jeserer gaben sich die Angeklagten als „Handwerker“ aus, die wegen Wasserproblemen etwas in der Wohnung erledigen müssten. Einer der Männer lenkte das jeweilige Opfer ab, während ein anderer die Wohnung nach Gegenständen von Wert durchstöberte. In der Regel sicherte ein dritter draußen den Tatort ab. Die Diebstahlserie in verschiedener Besetzung begann am 14. April 2022 in Idar-Oberstein/Rheinland-Pfalz. In Rosenheim ging eine 79-jährige Dame am 31. Mai 2022 den „falschen Wasserwerkern“ auf den Leim. Die letzte Tat ereignete sich am 1. Juni 2022 bei einer 83-Jährigen in Landsberg am Lech. Alle Angeklagten waren gleichberechtigt, wie einer der Verteidiger erklärte.
Die Hauptverhandlung der Siebten Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Vorsitzender Richterin Christina Braune geht am 22. März sowie 3. April, jeweils um 9.15 Uhr, weiter. kd