Rosenheim/Kematen – Bei der Frühjahrsversammlung der Imker aus Stadt und Landkreis Rosenheim in Kematen konnte Angela Sollinger, die Vorsitzende des Kreisverbands Imker Rosenheim, zahlreiche Ehrengäste begrüßen.
Josef Reithmeier, der Vorsitzende des Bezirks Oberbayern im Landesverband Bayerischer Imker, hob hervor, dass der Kreisverband mit der Ausrichtung des Bayerischen Imkertags 2022 in Bad Aibling vorbildlich gearbeitet und bei der Bevölkerung die Bestäubungsleistung der Bienen und den hohen Wert einheimischen Honigs wieder ins Gedächtnis gerufen habe. Er dankte Sollinger für ihr Engagement mit einer verzierten Kerze, die der Verband nur für besondere Leistungen verleiht.
Kritik an
Verbotsplänen
Kritisch äußerte er sich zu aktuellen Bestrebungen, im Interesse von Wildbienen und Honigbienen sich aus Naturschutzgebieten fernzuhalten.
Landrat Otto Lederer, der Schirmherr des Imkertages, verwies darauf, dass in Bad Aibling zum einen Fachleuten neue Erkenntnisse vermittelt worden seien, die diese dann als Multiplikatoren weitergeben könnten. Zum anderen habe man über die Medien eine breite Bevölkerungsschicht, bei der altes Wissen über die Biene verloren gegangen sei, angesprochen und sie mit den Zusammenhängen in der Natur wieder vertraut gemacht.
Bezirksrat Sebastian Friesinger lud zur Eröffnung des Fachzentrums „Fisch & Biene“ am Montag, 27. März, in Kloster Seeon ein. Es dient als neue Außenstelle der Fachberatung Imkerei des Bezirks Oberbayern und ist als außerschulischer Lernort konzipiert worden. Sepp Andres, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Rosenheim, stellte den Erhalt der Kulturlandschaft als übergeordnetes Ziel der Landwirtschaft dar. Mit der Anlage von Blühstreifen unterstütze der Maschinenring die Arbeit der Imker. Landwirte und Imker seien gleichberechtigte Kollegen, die in gelebtem Miteinander im Interesse der Natur arbeiteten.
Im Anschluss berichtete Sepp Hermann von der Honigprämierung beim letztjährigen Honigfest in Triesdorf bei Veitshöchheim. Von insgesamt 34000 Imkern in Bayern hatten sich 280 zur Bewertung ihres Honigs angemeldet, die nach strengen wissenschaftlichen Kriterien unter Laborbedingungen erfolgte. Die Imker des Kreisverbands Rosenheim schnitten bayernweit am besten ab und wurden mit zahlreichen Medaillen ausgezeichnet. Darunter ging fünfmal mit der Spitzenprämierung Gold an Monika Fischer aus Höhenmoos, Michaela und Sepp Bauer aus Prien, Michael Haas aus Bernau sowie Sepp Hermann aus Feldkirchen.
Im Fachvortrag stellte Dr. Hannes Beims, der neue Bienenfachberater des Bezirks Oberbayern, anschaulich dar, wie die Zucht von Bienenköniginnen durch Viren beeinflusst wird. Er verwies auf verschiedene Übertragungswege von Viren im Bienenvolk.
Mutante führt
zu Schäden
Die Varroamilbe kann fast alle Viren übertragen und infiziert Königinnen, Arbeiterinnen und Brut. Seit etwa zehn Jahren vermehrt sich eine Mutante des Flügeldeformationsvirus in der Milbe und führt zu verstärkten Winterverlusten und schließlich zu Schäden im Volk. Das Virus ist nicht behandelbar, gegen Varroa als Überträger hingegen kann man mit konsequenter Behandlung vorgehen.