Ein Trauerzug von etwa 450 Menschen – begleitet von Trauermärschen der Dreder Musi – machte am Samstag, 4. März, auf den Verlust wertvoller landwirtschaftlicher Flächen in der Gemeinde Tuntenhausen aufmerksam. Allein auf dem etwa einen Kilometer langen Stück zwischen Berg und Brettschleipfen (Bild Mitte) würden durch den Bau des Brenner-Nordzulaufs drei Landwirte ihre Existenz verlieren. Noch vor der Kundgebung im Schloss Urfahrn hatte das Bürgerforum Inntal die geplante Streckenführung auf den Wiesen zwischen Niederaudorf und Flintsbach anschaulich mit Mahnstäben markiert und große Schautafeln platziert, um das Ausmaß der geplanten Baumaßnahmen zu veranschaulichen. Diese sind noch bis 18. März zu sehen und zu begehen (Bild links). Thomas Unger vom Bürgerforum Inntal ging bei seinem Vortrag in Urfahrn auf die Auswirkungen der Baustellen ein, wenn die Bahnpläne zur Umsetzung kommen sollten. So wäre das gesamte Inntal für „zehn Jahre plus X“ eine gigantische Baustellenwüste. Unger zeigte Fotos von vergleichbaren Großbaustellen, die das Publikum beeindruckten. Allein die geplanten Tunnelbauwerke Steinkirchen und Nordportal Niederaudorf würden seinen Ausführungen nach zu zwei Millionen Kubikmetern Aushub führen. „Nur wenn wir gar nichts tun, haben wir wirklich schon verloren.“ Diese Überzeugung war der Antrieb von vielen der rund 480 Teilnehmer, die sich nach Zählung der Veranstalter in Lauterbach zur Demonstration gegen den Brenner-Nordzulauf zusammenfanden. Sie erneuerten ihre Zweifel am Bedarf und befürchteten explodierende Kosten. Fotos Schmid/Gerlach/Thomae