Rosenheim/Traunstein – Wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in neun Fällen muss sich eine 38-jährige Französin demnächst vor dem Landgericht Traunstein verantworten. Die Frau, die zuletzt in Frankfurt am Main wohnte und derzeit in der Justizvollzugsanstalt Aichach inhaftiert ist, gehörte nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft zu einer Bande Krimineller, die gutgläubige Menschen durch sogenannte Schockanrufe um Geld prellten.
Zwei der Fälle, die verhandelt werden, trugen sich in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein zu. Am 10. Juni vergangenen Jahres soll sich die Angeklagte als Polizistin ausgegeben haben. Sie erzählte einem Rosenheimer am Telefon, seine Enkelin habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Frau ums Leben gekommen sei. Später meldete sich ein angeblicher Staatsanwalt, der dem Mann erklärte, er müsse eine Sicherheitsleistung hinterlegen, damit seine Enkelin freikomme.
Der Rosenheimer bot 15000 Euro an, die er zu Hause hätte. Man einigte sich auf eine Geldübergabe in der Luitpoldstraße in Rosenheim. Dort händigte der Rosenheimer den Betrag an ihm unbekannte Männer aus, die Angeklagte soll bei der Tat ebenfalls vor Ort gewesen sein.
Ähnlich lief am gleichen Tag eine gleichgelagerte Tat in Übersee ab. Hier wurde eine Frau um 20000 Euro betrogen. Beide Opfer merkten erst später, dass sie auf Betrüger hereingefallen waren.
Beim Prozess, der am Dienstag, 14. März, um 9 Uhr vor dem Landgericht Traunstein beginnt, fordert die Staatsanwaltschaft, dass von der Französin 143190 Euro als Wertersatz eingezogen werden.Norbert Kotter