Rosenheim – In der Region Rosenheim gibt es verschiedene Stellen, an die sich Betroffene von damals oder heute wenden können. Der Kinderschutzbund Rosenheim beispielsweise kann zwar selbst keine Beratung anbieten, leitet Betroffene aber an den Frauen- und Mädchennotruf Rosenheim weiter. Dieser bietet für Betroffene eine Anlaufstelle, an die sich betroffene Frauen, Mädchen und Jungen auf jeden Fall wenden können.
Der Verein Eckiger Tisch e.V. setzt sich in ganz Deutschland für Menschen ein, die von Kindesmissbrauch durch Geistliche der katholischen Kirche betroffen sind. „Wir bieten Betroffenen Beratung nach dem Konzept ,Betroffene beraten Betroffene‘ an. „Dieses Angebot richtet sich an erwachsene Betroffene“, so Matthias Katsch, Sprecher und Geschäftsführer des Vereins. Er empfiehlt, dass betroffene Frauen, Mädchen und Jungen sich an dafür spezialisierte Fachberatungsstellen wenden.
In Rosenheim gibt es dafür – wie bereits erwähnt – den Frauen- und Mädchennotruf, der unter der Nummer 08031/268888 oder per Mail an kontakt@frauennotruf-ro.de erreichbar ist. „Generell ist die Versorgung für Opfer sexueller Gewalt in vielen Regionen nicht ausreichend“, betont Katsch und weist darauf hin, dass besonders männliche Betroffene häufig nicht genug Ansprechstellen haben.
In München gibt es laut Katsch allerdings die Beratungsstelle KIBS, deren Angebot sich an Jungen und junge Männer bis 27 richtet. Diese Stelle ist unter 089/ 231716-9120 oder mail@kibs.de erreichbar. Auch Angehörige oder Menschen, die den Verdacht haben, dass in ihrem Umfeld ein Junge von sexualisierter Gewalt betroffen sein könnte, können sich an diese Telefonnummer oder E-Mail-Adresse wenden.
Katsch empfiehlt Betroffenen auch, sich an das Hilfetelefon unter 0800/2255530 zu wenden, oder im Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch nach Anlaufstellen zu suchen. „Expertise für den Umgang mit heute erwachsenen Opfern sexuellen Kindesmissbrauchs im Kontext der Kirche haben aber die wenigsten Beratungsstellen“, sagt Katsch.
Er erklärt außerdem, dass Menschen, die im Kontext der Kirche missbraucht wurden, häufig eher mehr über die Täter und den Kontext der Tat erfahren wollen. „Viele wollen auch wissen, ob es weitere Betroffene gibt und sich gegebenenfalls mit diesen austauschen.“ Das Interesse an Selbsthilfegruppen sei also groß. Thema seien häufig auch „Anerkennungsleistungen der Kirche und eine echte Entschädigung“, so Katsch. Die Erzdiözese München und Freising stellt unabhängige Ansprechpersonen für Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch bereit. An diese können sich sowohl Betroffene als auch Zeugen wenden. Zudem gibt es eine Anlauf- und Beratungsstelle für Betroffene von sexuellem Missbrauch, die von der Erzdiözese betrieben wird. Diese ist von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Mittwoch jeweils von 16 bis 19 Uhr erreichbar unter Telefon 089/
2137-77000.Magdalena Aberle