Warnstreiks: Befürchtetes Chaos bleibt in der Region aus

von Redaktion

Ausfälle im öffentlichen Nahverkehr – Mehrheit der Schüler und Pendler gut vorbereitet

Rosenheim – Das ganz große Chaos ist – zumindest in Rosenheim – ausgeblieben. Trotzdem brauchten vor allem Pendler und Schüler gestern im morgendlichen Berufsverkehr stärkere Nerven als sonst. Bereits vor einigen Tagen hatte die EVG, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, zusammen mit Verdi für Montag Warnstreiks angekündigt. Auch in Rosenheim kam es dadurch zu Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr.

Isidoro Peronace, Geschäftsstellenleiter der EVG in München, teilte mit, dass die Busse der RVO (Regionalverkehr Oberbayern GmbH) komplett gestreikt hätten. Erst am späten Nachmittag seien die Busse Stück für Stück wieder gefahren. „Auch der Zugfernverkehr, der ja auch Rosenheim betrifft, stand still“, so Peronace. Ebenso sei es bei den Regionalzügen gewesen – nur der ein oder andere Zug sei gefahren. In Oberbayern hätten sich rund 2000 bis 2500 Beschäftigte an den Streiks beteiligt, so der Geschäftsstellenleiter.

Der Stadtverkehr Rosenheim hat sich nach eigenen Angaben nicht an den Streiks beteiligt. Alle Busse und Linien seien nach Plan gefahren. „Wir fahren zwar im Auftrag der streikenden RVO, wir selbst streiken aber nicht”, hieß es seitens des Stadtverkehrs.

Die Rosenheimer Polizei erklärte, dass auf den Straßen deutlich mehr los gewesen sei als sonst. „Es gab auf jeden Fall ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, das vermutlich auf die Streiks zurückzuführen ist“, sagte ein Sprecher. Vor allem die Hauptzufahrtsstraßen seien stärker befahren worden. Mehr Unfälle oder starke Verkehrsbehinderungen habe es aber nicht gegeben.

Auf die Schulen in Rosenheim wirkte sich der Streik trotzdem aus. Das Karolinen-Gymnasium teilte mit, dass mehr Schüler als sonst entschuldigt gefehlt hätten. Genaue Zahlen könne man nicht nennen, da auch einige Schüler regulär krank gemeldet waren. Am Freitag habe das Gymnasium bereits eine Durchsage gemacht und einen Elternbrief rausgeschickt, um die wichtigsten Fragen im Vorhinein zu klären. „Die Schüler konnten ihr Fehlen mit den Streiks entschuldigen”, hieß es aus dem Sekretariat des Gymnasiums. Am Ignaz-Günther-Gymnasium hingegen hielten sich die Fehlzahlen im Rahmen. Dort haben nicht viel mehr Schüler als sonst auch gefehlt.

Robert Metzger, Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Rosenheim, erklärte gestern, dass für Verdi in Stadt und Landkreis Rosenheim keine Streiks durchgeführt worden seien. „Hier gibt es keine Unternehmen, die den Tarifverträgen unterliegen.“ Stattdessen gebe es viele private Busunternehmen.

Dennoch ist der Warnstreik in seinen Augen ein mächtiges Zeichen gewesen. „Insgesamt kann man sagen, dass das ein kleiner Vorgeschmack für die Arbeitgeber ist“, meinte Metzger. So wüssten die öffentlichen Arbeitgeber, worauf sie sich einstellen können, sollte in den Tarifverhandlungen keine Einigung erzielt werden.Magdalena Aberle

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