Jede Woche beantworten die OVB-Heimatzeitungen samstags spannende Fragen rund um die „Vulkane“, um die sich die aktuelle Ausstellung im Rosenheimer Lokschuppen dreht.
Kann man Vulkane zur Energiegewinnung nutzen?
Island nutzt die geothermische Energie seiner rund 200 Vulkane, um Gebäude zu heizen, für die Herstellung von Strom und für angenehm warmes Wasser in den Freibädern. In der Hauptstadt Reykjavik werden sogar die Bürgersteige beheizt, damit niemand Schnee schippen muss. Auf dem fruchtbaren Vulkanboden werden im großen Stil in Gewächshäusern Gemüse, Tomaten und Erdbeeren angebaut. Die Gewächshäuser werden mit geothermischer Energie beheizt, und fast alle verwenden künstliches Licht aus Wärme- und Wasserkraftwerken.
Heizen in Island ist so günstig wie kaum anderswo. 1908 leitete ein Bauer in der Region erstmals Wasser aus einer heißen Quelle zu seinem Haus, 1930 wurde die erste Grundschule so beheizt und die Kapazitäten wurden weiter ausgebaut. Heute gehört das Fernwärmenetz von Reykjavik zu den größten der Welt. Etwa 75 Millionen Kubikmeter durch Geothermie erhitztes Wasser versorgen insgesamt rund 200000 Menschen. Die Kosten, um eine 100 Quadratmeter große Wohnung zu beheizen, liegen bei etwa 725 Euro pro Jahr.