Seeon – Das Werkstattgebäude einer Schreinerei in Seeon wurde gestern ein Raub der Flammen. Trotz eines Großaufgebots an Feuerwehrkräften und einem umfangreichen Löscheinsatz war nicht zu verhindern, dass die Werkstatt niederbrannte. Nach ersten Schätzungen der Polizei entstand Sachschaden in Millionenhöhe. Was die Ursache für das verheerende Feuer war, ist noch nicht bekannt. Die Brandfahnder der Kripo haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Flammen aus
dem Spänebunker
Gegen 11 Uhr wurde über Notruf gemeldet, dass Flammen aus dem Kamin des Spänebunkers der Schreinerei züngeln. Die Integrierte Leitstelle Traunstein löste daraufhin Großalarm für die Feuerwehren im nördlichen Landkreis aus. Auf der Anfahrt wies den Einsatzkräften eine mächtige Rauchsäule den Weg zum Brandort. Die ersten eingetroffenen Wehren evakuierten die acht Mitarbeiter des Schreinereibetriebes, die unverletzt in Sicherheit gebracht wurden.
Zunächst versuchten Atemschutzträger zum Brandherd vorzudringen, mussten sich wegen der extremen Hitzeentwicklung nach kurzer Zeit aber aus dem Gebäude zurückziehen. Wenig später kam es zur Durchzündung und das rund 70 Meter lange Werkstattgebäude stand in voller Ausbreitung in Flammen.
Zahlreiche Löschtrupps, wegen der starken Rauchentwicklung zum Eigenschutz mit Atemschutzgeräten ausgerüstet, brachten sich um das Gebäude in Stellung. Auch von Drehleitern aus versuchten die Einsatzkräfte, dem Feuer Herr zu werden. Etwa eine Stunde nach Einsatzbeginn mussten die Feuerwehren feststellen, dass das Werkstattgebäude nicht gehalten werden konnte. Es blieb nur noch die Möglichkeit, es kontrolliert niederbrennen zu lassen. Der Dachstuhl stürzte wenig später in sich zusammen.
Zerstört wurden auch Holzvorräte, die am Gebäude gelagert waren, ebenso zwei untergestellte Pkw. Das Dach war vollständig mit Photovoltaikmodulen belegt. Auch sie wurden ein Raub der Flammen. Die Wehren konzentrierten sich darauf, ein Übergreifen der Flammen auf ein benachbartes Wohnhaus zu verhindern.
Wegen der mächtigen Rauchschwaden veranlasste die Einsatzleitung eine Warnmeldung über Rundfunk. Die Bewohner im Umkreis des Brandortes wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Ein Messzug führte laufende Messungen zur Schadstoffbelastung durch. Außer der Geruchsbelastung konnte aber keinerlei Gefährdung für die Bevölkerung feststellt werden.
Sorge um den Seeoner See
Das Löschwasser wurde soweit als möglich aufgefangen und in die Kanalisation geleitet und ein Einfließen in den Seeoner See verhindert. Vorsichtshalber wurden im Nordteil des Seeoner Sees auch Ölsperren ausgebracht. Im Löscheinsatz waren insgesamt rund 250 Feuerwehrleute. Geleitet wurde der Großeinsatz von Stefan Anderl, dem Kommandant der Feuerwehr Seeon, unterstützt von der Kreisbrandinspektion.
Auch ein Großaufgebot des BRK-Rettungsdienstes wurde zum Brandort in der Weinbergstraße dirigiert. Sie mussten aber nicht eingreifen. Nach ersten Informationen wurde niemand verletzt.
Gegen 14 Uhr war das Feuer unter Kontrolle und die Löscharbeiten wurden weitgehend beendet. Ein Bagger räumte die abgebrannte Gebäudehülle soweit ab, dass keine Einsturzgefahr besteht. Die Nachlöscharbeiten durch die örtliche Feuerwehr dauerten bis zum Freitagabend.