Wie Landwirte in Afrika den Hunger bekämpfen

von Redaktion

Geschäftsführer des Bundesverbandes, Erwin Ballis, beim Maschinenring Rosenheim

Rosenheim – „Unvorstellbarer Hunger und unglaublich hohe Sterbefälle von Kindern unter fünf Jahren wegen Hunger waren und sind mir und dem Maschinenring Antrieb, um in Afrika Gründungen von Maschinenringen vorzunehmen“, begann Erwin Ballis seinen Vortrag bei der Jahresversammlung des Maschinenrings (MR) Rosenheim. Er kritisierte in diesem Bezug, „wie spärlich wir trotz unseres Wissens und unserer Möglichkeiten die sichtbare Not bekämpfen.“

Ballis ist der Geschäftsführer des Bundesverbandes für Maschinenringe und sprach über Hilfe zur Selbsthilfe. Unter dem Motto schreibt der MR-Bundesverband seit 2019 eine Erfolgsgeschichte in Westafrika. Mit finanzieller Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei, der Entwicklungsorganisation Sequa und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützen die MR im Senegal Landwirte bei der Mechanisierung ihrer Betriebsstrukturen.

Was mit der Anschaffung einfacher Getreidemühlen begann, hat sich zu einem Projekt etabliert, das den Menschen auf dem Land zu Produktivitätssteigerungen und Arbeitserleichterungen verhilft.

Im Senegal leben 70 Prozent der 17 Millionen Einwohner von der Landwirtschaft, wusste der Referent. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung beträgt 18 Jahre (in Deutschland 45 Jahre), das Land ist politisch stabil und bislang konnten sich die Familien mit ihren vorwiegend mit den Händen gemachten Arbeiten nur selbst ernähren.

„Innerhalb von drei Jahren haben wir rund 1000 einfache Maschinen zum Einsatz gebracht, 57 Dorf-Maschinenringe gegründet und rund 10000 Mitglieder gewonnen. Aufgrund unserer Aktion mit Saatgut und Dünger konnten 7000 Mitglieder ihren Anbau erhöhen, das ergab in der Summe 25000 Hektar mehr Anbaufläche. Das entspricht der Hälfte der Größe des Landkreises Rosenheim“, informierte Ballis. Weiter erwähnte er, dass auch in Kenia Neu-Gründungen vorgenommen worden sind und dass jüngst mithilfe einer MR-Kaffeeproduktion vielversprechende Gespräche mit der Firma Dinzler in Irschenberg geführt wurden.

Abschließend erklärte der MR-Bundesgeschäftsführer: „Nur Landwirte können die Welt ernähren und den Hunger bekämpfen.“ Ziel sei es, in fünf Jahren im Senegal 2000 MR-Organisationen und in zehn Jahren dort den Hunger besiegt zu haben.

In Deutschland gibt es etwa 190000 MR-Mitgliedsbetriebe mit rund 11000 Mitarbeitern. Neben Europa sowie Afrika gibt es auch noch MR in Brasilien und Japan (dort circa 500). Gerade für Afrika werden in Deutschland noch MR-Patenschaften gesucht, Start-Voraussetzungen für eine Gründung sind 15000 Euro. hö

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