Die Nacht der Veränderung

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Mutter Teresa hat gesagt: „Keiner darf so aus einer Kirche herausgehen, wie er hineingegangen ist.“ Es hat sich dort ja etwas verändert. Wir nennen das „Wandlung“, weil es vom Verstand allein doch nur schwer zu begreifen ist. In der Nacht vom Gründonnerstag auf den Karfreitag feiern wir in unseren Gottesdiensten, dass sich Jesus beim letzten Mahl im Zeichen von Brot und Wein selber an die Menschen ausgeteilt hat. Damit etwas bleibt und gleichzeitig etwas gewandelt wird. Vergessen wird dabei aber oft, dass Jesus kurz vor dem Mahl seinen Freunden noch einen anderen Auftrag mitgegeben hat. Nur im Johannesevangelium wird berichtet, dass Jesus seinen Jüngern vor dem Mahl die Füße wäscht. Auch gegen ihren heftigen Protest übernimmt er den Dienst der Sklaven. Er wäscht seinen Freunden nicht den Kopf, sondern den schmutzigsten und empfindsamsten Körperteil, „damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe“. Die Botschaft ist eigentlich unmissverständlich und der „Dienst der Fußwaschung“ wird heute auf ganz unterschiedliche Weise praktiziert von vielen, die sich im Beruf, in der Freizeit oder tagtäglich ganz still und unspektakulär von dieser zeichenhaften Liebe Jesu inspirieren lassen. Auch dann, wenn es von niemandem wahrgenommen wird und in Zeiten eigener Überforderung und Angst, wie es Jesus in der Nacht am Ölberg selbst erfahren hat. An einer alten Kirchentür steht der Spruch: „Hier tritt man ein, um Gott zu lieben. Von hier geht man fort, um die Menschen zu lieben.“ An jedem Gründonnerstag ein bleibender Auftrag.

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