Sportler engagieren sich weiterhin für die Ukraine

von Redaktion

Verein um den ehemaligen Biathleten Jens Steinigen plant vier große Veranstaltungen in der Region

Traunstein – „Wir lassen in unserem Engagement nicht nach und hoffen, im Oktober das Ende des Krieges feiern zu können“, sagte Jens Steinigen, Gründer von „Athletes for Ukraine“ (A4U), kürzlich auf einer Pressekonferenz des Vereins im Wochinger Bräu in Traunstein. Der ehemalige Biathlon-Olympiasieger zog Bilanz seines Vereins, der seit 13 Monaten besteht, und kündigte vier große Veranstaltungen für das laufende Jahr an.

Viele Organisationen
lassen Hilfe abebben

Der Rechtsanwalt berichtete, dass wieder ein Lkw mit 32 Paletten im Lager in Siegsdorf beladen und Richtung polnisch-ukrainische Grenze abgefahren sei. Man werde weiterhin Hilfstransporte auf den Weg bringen, versprach Steinigen und erhielt dafür volle Unterstützung von Mitstreiter Wolfgang Pichler aus Ruhpolding. „Unser großer Vorteil ist, dass die Güter ohne Korruption an die Menschen in der Ukraine gehen. Viele Organisationen lassen ihre Hilfe abebben. Wir aber haben die Kraft, Kontinuität zu zeigen, was auch ein großer psychologischer Effekt ist“, so der Biathlon-Experte.

Das konnte auch Markus Kecht bestätigen. Der Ruhpoldinger, von Beginn an ganz eng an der Seite von Steinigen, hat nach eigenen Worten regelmäßig Kontakt mit Sergej Bubka, dem ehemaligen Stabhochsprung-Weltrekordler und heutigen Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine. „Bubka hat mir erst in dieser Woche in einem Telefongespräch versichert, dass er die Arbeit unseres Vereins als großartig bezeichnet. Unser Handeln wird in der Ukraine enorm hoch eingeschätzt.“

Davon berichtete auch Jonah Werner. Der Rosenheimer Jura-Student, der früher selbst Leistungssportler war, begleitete neun Transporte. Besonders am Herzen liegt ihm ein Waisenhaus in Turka in der Westukraine, das zu einem Flüchtlingsheim umfunktioniert wurde. Es sei stets ein großer Aufwand für die 1200 Kilometer. Die einfache Fahrtzeit liege bei bis zu 16 Stunden. Was man dort erlebe, sei herzzerreißend. „Wir werden weiterhin jeden Monat mindestens eine Fahrt organisieren und langfristig helfen, auch wenn die Gefahr nicht unerheblich ist“, erzählte er. Einmal seien bei einem Besuch in 80 Kilometern Entfernung Raketen heruntergekommen.

Vom Golf-Event bis
zum Breitensport-Tag

Steinigen kündigte zusätzlich vier Großveranstaltungen an, bei denen wieder Gelder für den Verein gesammelt werden sollen. Der Start ist am Samstag, 17. Juni, mit einem Golf-Event in Ainring/Weng im Berchtesgadener Land, für das es bereits 200 Anmeldungen gibt. Am Freitag, 23. Juni, ist das „Magazin 3“ in Bad Reichenhall für eine große Spendengala reserviert, an der auch Olympiasieger und Weltmeister teilnehmen werden. Weiter geht es am Sonntag, 23. Juli, mit einer Radveranstaltung von Ex- Radrenn-Profi Marcus Burghardt im Landkreis Rosenheim. Im Vorjahr seien bei schlechtem Wetter über 1000 Starter zwischen 14 und 82 Jahren dabei gewesen, so Burghardt. Er kündigte für den 23. Juli 30 bekannte Sportgrößen an und will über 20000 Euro einsammeln. Zudem betonte er, dass es auf den fünf Runden zwischen 60 und 280 Kilometern nicht um Bestzeiten gehe.

Den Abschluss der Events bildet schließlich ein großer Sporttag in Ruhpolding am 19. August, um den sich vor allem Wolfgang Pichler kümmern wird. Ein Tag des Breitensports soll es in Ruhpolding wieder werden. Wie im letzten Jahr werden dabei große sportliche Vorbilder die Teilnehmerfelder anführen. Karlheinz Kas

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