Marquartstein – Tödliche Verletzungen zog sich ein Mann (58) beim Absturz am sogenannten Mittersteig im Gemeindebereich von Marquartstein zu. Suchmannschaften hatten am 6. April nach dem Bergwanderer gesucht, nachdem er als vermisst gemeldet worden war. Ein Polizeibergführer ermittelt in dem Fall und untersucht, wie es zu dem tragischen Bergunfall kommen konnte.
In den Abendstunden des Donnerstag, 6. April, war ein 58-jähriger ungarischer Staatsangehöriger, der sich zu Besuch in Marquartstein aufhielt, von einem Bekannten als vermisst gemeldet worden.
Der Mann war am Donnerstagvormittag alleine zu einer Wanderung zur Schnappenkirche aufgebrochen und zur vereinbarten Zeit nicht zurückgekommen.
Handyaktivität
als erste Spur
Wie die Bergwacht Marquartstein in den sozialen Medien mitteilt, konnte aufgrund verschiedener Handyaktivitäten des Verunglückten das Suchgebiet zwar eingeengt werden, dennoch konnten sowohl die Suchmannschaften mit Bergwachtsuchhunden, als auch der angeforderte Polizeihubschrauber nichts finden. Nachdem der Polizeihubschrauber ohne Ergebnis zurück nach München geflogen war, wurde die Drohne des Bergwacht-Technikbus mit einer hochwertigen Wärmebildkamera eingesetzt.
Das Gebiet auf der Westseite des Schnappens zwischen Marquartstein und Staudach ist überall felsdurchsetzt und teilweise extrem steil. Nachdem man alle bekannten Steige und Wege abgesucht hatte, entschloss man sich in der Einsatzleitung, nach Mitternacht noch einen letzten Versuch zu starten und drei sehr steile Gräben in dem Bereich mit je zwei Bergrettern von unten nach oben so gut als möglich abzusuchen.
Das hatte schließlich zum Erfolg geführt. Unterhalb eines Felsabbruchs konnte eine Suchmannschaft einen reflektierenden Wanderstock sehen und die Wärmebildkamera der Drohne des Bergwacht-Technikbus konnte dann zusammen mit der Suchmannschaft den tödlich abgestürzten 58-Jährigen finden. Der Steig ist eigentlich nur eingeweihten Bergsteigern bekannt.
Joseph Auer, der Bereitschaftsleiter der Bergwacht in Unterwössen, wagte gestern im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen die Annahme, dass sich der Verunglückte vielleicht von seinem Handy leiten ließ. Die Rinnen seien teilweise noch vereist gewesen, weshalb die Bergretter mit größter Vorsicht vorgehen mussten.
Bis zu einem
Wanderweg abgeseilt
Gemeinsam mit der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei konnten die Bergretter nur mehr die traurige Aufgabe des anstrengenden Abtransports übernehmen. Der Verunglückte wurde rund 150 Meter bis zu einem Wanderweg abgeseilt.
Gegen 3 Uhr war für die 20 ehrenamtlichen Einsatzkräfte aus Bergen, Traunstein, Grassau und Marquartstein der Einsatz beendet.
Auf Facebook bedankten sich inzwischen Familienangehörige und Freunde ganz herzlich bei allen am Einsatz Beteiligten, auch bei privaten Helfern, Polizisten und dem gesamten Team der Bergwacht: „Herzlichen Dank, in Grassau, in Marquartstein und überall!“