Wasserburg/Attel – Zu einem skurrilen Vorgang kam es am Samstag, 8. April, gegen 18.30 Uhr zwischen Attel und Wasserburg. Eine 75-Jährige aus dem nördlichen Landkreis Rosenheim hatte sich mit ihrem Kleinwagen verfahren und fuhr ausgehend von Attel auf dem unbefestigten Weg in Richtung Wasserburg am Inn entlang, teilt die Polizeiinspektion Wasserburg mit.
Die Frau stieß bei ihrer Irrfahrt mit dem Pkw auf zwei kleine Brücken mit einer Breite von etwa 1,50 Meter. Den ersten Übergang konnte die 75-Jährige noch überwinden, nachdem sie zuerst mit ihrem Fahrzeug innerhalb der Geländer stecken geblieben war und dabei beide Außenspiegel eingebüßt hatte, wie die Beamten mitteilen. Zwei Spaziergänger konnten mittels Schiebens und Drückens den bereits stark verschrammten Kleinwagen aus dem Geländer der Brücke befreien. An der zweiten Brücke angelangt, war die Fahrt beendet, weil die 75-Jährige mit ihrem Fahrzeug nicht mehr durch das Geländer kam. Sie bat einen Fußgänger, ihren Kleinwagen weiterzufahren. Dieser fuhr sich schlussendlich mit dem Pkw der älteren Dame im weichen Schlammboden fest. Die angeforderten Kräfte der Feuerwehr Attel-Reitmehring konnten den Kleinwagen schließlich aus der Lage bergen.
Eine schnelle Bergung war vonnöten, da nicht auszuschließen war, dass bereits Betriebsstoffe aus dem Fahrzeug austraten, teilten die Beamten weiter mit.
Die 75-Jährige zeigte sich an der Unfallstelle sehr verwirrt, so die Polizei. Die Beamten veranlassten, dass die Seniorin abgeholt wurde. Beim Eintreffen des Sohnes teilte dieser mit, dass seine Mutter an Demenz leiden würde, was den zerstreuten Zustand der Rentnerin erklärte, so die Polizei. Bei der Irrfahrt entstanden ein nicht unerheblicher Flurschaden sowie ein wirtschaftlicher Totalschaden am Kleinwagen in Höhe von etwa 4000 Euro, schätzen die Beamten. Der Pkw wurde abgeschleppt. Zudem wurde die Reling der ersten Brücke verschrammt. Die Polizeiinspektion beziffert den Sachschaden auf circa 1000 Euro.
Dass sich auf dem unbefestigten Weg am Inn zwischen Attel und Wasserburg ein Fahrzeug verirrt, ist nicht das erste Mal. Am 13. Mai 2020 verfuhr sich ein 66-Jähriger aus dem Landkreis Rottal/Inn mit seinem Pkw. Er fuhr „stumpf nach Navi“, das ihn auf diesen Weg geleitet habe, so die Beamten. Der 66-Jährige fuhr sich ebenfalls auf dem Landschaftsweg fest, das Fahrzeug musste damals ebenso abgeschleppt werden. Mehrere Stunden brauchte die Feuerwehr, um den Pkw aufwendig zu bergen, so die Polizei.Anja Leitner