Die Liebe gewinnt am Ende immer

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

„Sieger zweifeln nicht. Zweifler siegen nicht! Dieser bekannte Satz stammt von einem Fußballtrainer, der seine Mannschaft vor dem schon fast sicheren Abstieg motivieren wollte, noch einmal alles zu geben. Zu lesen ist der Spruch auch in vielen Büchern, die uns den Weg zum großen Erfolg erklären wollen, auf dem man keine Selbstzweifel brauchen kann. Doch der Zweifel hat auch etwas Gutes. Er steht immer am Anfang der Wissenschaft und es waren oft große Zweifler, die bahnbrechende Erkenntnisse für die Menschheit gewonnen haben. Von einem Zweifler erzählt auch eine der schönsten österlichen Erzählungen der Bibel: Thomas war bei der ersten Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen nicht dabei und will jetzt im wahrsten Sinn des Worts erst einmal handfeste Beweise haben. Er will Jesus berühren können und der Sache damit ganz auf den Grund gehen. Auferstehung? Das kann ja wohl nicht sein! Mir ist Thomas sehr nah, denn ich möchte auch nicht immer nur blind übernehmen, was andere mir erzählen. Glaube lebt vom Hinterfragen. Zuallererst aber von den eigenen Erfahrungen und die sind wiederum nur möglich mit einer grundsätzlichen Offenheit und Bereitschaft, sich selber von Gott „berühren“ zu lassen. In der biblischen Erzählung kommt der Auferstandene dem Zweifler entgegen. Thomas darf seine Hände in die Wunden legen. „Sieger zweifeln nicht. Zweifler siegen nicht.“ Ostern sagt uns dagegen, dass das Leben und die Wahrheit sich unaufhaltsam eine Bahn brechen. Zumindest die Liebe gewinnt am Ende immer.

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