Alles umsonst! Vermutlich kennt das jeder von uns in irgendeiner Form: Der mühsam erstellte Text, der aus Unachtsamkeit auf dem PC nicht abgespeichert wurde, verschlossene Türen nach einer langen Anfahrt zu einem Überraschungsbesuch und der Kuchen, der nach dem Backen nur noch als Hühnerfutter zu verwenden ist. Ärgerlich, aber doch zu verschmerzen! Eine andere Dimension dagegen ist das neue Haus, das von einem jungen Paar als Nest für die eigene Familie gebaut wurde und jetzt zum Verkauf steht, weil von der großen Liebe nur noch ein Scherbenhaufen übrig geblieben ist. Enttäuschte Beziehungen sind unsere schmerzhaftesten Lebenswunden, „Ende einer Täuschung“ und damit der Beginn eines Neuanfangs. So ist vielleicht auch die Erzählung der Freunde Jesu in der Bibel zu verstehen, die nach Ostern von ihrem Fischfang zurückkommen. Ihre Frustration kommt nicht nur von den Netzen, die in dieser Nacht leer geblieben sind. Umsonst sind auch ihre Hoffnungen, die sie auf Jesus gesetzt haben. Da steht der Auferstandene am Ufer. Auf sein Wort hin, fahren sie noch einmal zum Fischen auf den See hinaus, obwohl das jetzt in den Morgenstunden gar keinen Sinn mehr macht. Am helllichten Tag sind die Fische auf dem Grund. Aber es kommt anders: Nur gemeinsam können die Freunde die übervollen Netze ans Ufer bringen. „Es gibt eine Gnade des Nullpunkts“, so hat es Bischof Franz Kamphaus einmal formuliert. Wir ahnen gar nicht, was Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens machen kann, wenn wir sie ihm ganz überlassen. Ostern ist auch eine Zusage.