Miesbach – Eine leistungsfähige Rinderzucht gehört zur tragenden Säule der heimischen Landwirtschaft. Ergebnisse vorbildlicher Viehzucht standen nun im Mittelpunkt einer beeindruckenden staatlichen Tierschau des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen in Zusammenarbeit mit der Viehzuchtgenossenschaft Rosenheim.
Austragungsort der hervorragend organisierten Veranstaltung, die auch als Wertschätzung gegenüber Jungzüchtern und Züchtern und ihren qualitativ hochwertigen Tieren verstanden werden sollte, war die Oberlandhalle in Miesbach. Ein hochkarätiges und sorgfältig vorbereitetes Programm mit Richten der Ausstellungstiere, Vorstellung von Nachzuchtgruppen, Siegerehrung und Verleihung der Züchtermedaillen hatten sich Markus Dinzenhofer als Vorsitzender der Viehzuchtgenossenschaft und sein Team sowie Schauleiter Dr. Rudolf Maierhofer vom AELF Holzkirchen vorgenommen.
Plaketten und Schleifen für Siegertiere
Einen besonderen Höhepunkt bildetete zum Schluss ein Wettrennen mit Kindern bis zwölf Jahren und ihren Kälbern im „Bambini-Cup“ auf Einladung der Jungzüchter Rosenheim. Die Segnung der Fleckviehkühe vollzog Lisa Boxhammer, Pastoralassistentin vom Pfarrverband Miesbach-Parsberg und Hausham-Agatharied.
Sichtlich angetan und begeistert von den über 125 gezeigten Fleckviehkühen waren neben den zahlreichen Besuchern Bezirksrat Sebastian Friesinger, Johann Rauchenberger, der Vorsitzende des Zuchtverbandes Miesbach, Josef Günthner als Geschäftsführer des Zuchtverbandes Miesbach, die stellvertretende Kreisbäuerin Maria Fischbacher sowie Rosenheims Landrat Otto Lederer als Schirmherr der Veranstaltung und seine Stellvertreterin Marianne Loferer.
Die ehrenvolle Aufgabe die gezeigten Kühe mit Plaketten auszuzeichnen und die Siegertiere mit Schleifen zu dekorieren, übernahm die Bayerische Milchkönigin Veronika Gschoßmann aus Kühbach im Landkreis Aichach-Friedberg zusammen mit den Drillingen vom Samerberg, Theresa, Franziska und Maria Griebl.
In seinen Grußworten würdigte Lederer die unschätzbaren Leistungen der Züchter. Ihr Engagement und ihre Liebe und Hingabe gegenüber ihrem Fleckvieh präge nicht nur die einzigartige Kulturlandschaft in der Region, sagte Lederer. Wertvoll sei auch ihr Beitrag als Lieferanten für qualitativ hochwertige Lebensmittel in Form von Milch und Fleisch. Wichtig in der Zuchtarbeit, führte Lederer aus, seien Expertenwissen, Tierwohl, Tiergesundheit die Fitness der Tiere. Nur Tiere, die sich wohlfühlen und gesund sind, könnten schmackhafte Milch hervorbringen, betonte Lederer. Dazu merkte er an, dass derzeitige gesellschaftlichen Themen zu landwirtschaftlich erzeugten Lebensmitteln Viehzüchter, Bäuerinnen und Bauern beispielhaft auch im Rahmen der Tierschau beantworten können.
Seit 117 Jahren existiert dem Ersten Vorsitzenden Markus Dinzenhofer zufolge die Viehzuchtgenossenschaft Rosenheim. Die letzte Veranstaltung dieser Art war angesichts eines gewohnten zehnjährigen Turnus vor drei Jahren in Raubling geplant, musste allerdings aufgrund der Corona-Pandemie auf heuer verschoben werden. Umso erfreulicher war es für den Vorsitzenden, diesmal auch junge landwirtschaftliche Betriebsleiter und Viehzüchter für die Zuchtschau begeistern zu können.
Jeder Zuchtbetrieb wisse von den Besonderheiten und Charaktereigenschaften seiner Kühe und stehe mit Herzblut zum Fleckvieh, sagte Markus Dinzenhofer. Bei vielen der angeschlossenen Züchter stecke pure Leidenschaft dahinter, mit gezielter Zucht die Gesundheit und Langlebigkeit der Tiere zu verbessern. Im Vordergrund stünden Fitnesseigenschaften einer Kuh und das Tierwohl – das sollte auch bei der kritischen Bevölkerung ohne landwirtschaftlichen Hintergrund hervorgehoben werden.
Schwere Aufgabe für
den Preisrichter
Mit Lukas Wimmer konnte die Viehzuchtgenossenschaft einen jungen und motivierten Organisator für die Tierschau zu gewinnen, der im Vorfeld die schwierige Aufgabe übernahm, die richtige Auswahl an Tieren für die Präsentation und Wertung in der Oberlandhalle zu treffen.
Die so entstandene Kollektion qualitativ hochwertiger Kühe stellten den Preisrichter Ernst Grabner aus Niederösterreich vor die große Herausforderung, die tierischen Gruppen- und Ersatzsiegerinnen zu ermitteln. Bewertet wurden die graziösen sauber herausgeputzten Damen mit prächtigen Eutern in acht Klassen. Ihre Züchter und Besitzer wurden mit Medaillen ausgezeichnet.