Neue Wolfs-Verordnung: Lob aus der Region

von Redaktion

Bayern ermöglicht mit Blick auf die Weidewirtschaft Ausnahmen von strengem Schutz – Ruf nach Sicherheit für Mensch und Tier

Rosenheim – Ein Bär und wohl auch Wölfe sind derzeit im Mangfallgebirge unterwegs. In Bayern wurde am vergangenen Dienstag eine neue Verordnung verabschiedet: Problematische Tiere sollen nach dem Willen des bayerischen Kabinetts leichter erlegt werden können.

„Bayern geht das Thema Wolf mit der neuen Verordnung proaktiv an“, sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler). Die neue Regelung führe zu einer „deutlichen Verschlankung des Verfahrens“ zum Abschießen problematischer Wölfe. Dadurch soll die Weidewirtschaft der Almbauern aber auch die Sicherheit der Menschen verbessert werden.

Schafhalter Andre Sigl, der vergangenes Wochenende am Bichlersee bei Oberaudorf drei Tiere an einen Wolf verlor, hält das für eine gute Entscheidung. „Es geht in die richtige Richtung“ sagt er. Er hofft, dass Tierhalter wie er so „heimisch bleiben können“. Zumindest wenn die Tiere im Dorf sind. Die Almen selbst sieht er als „nicht schützbar“ an, schon weil das Gelände zu schwierig sei. „Bis die Tiere wieder im Dorf sind, haben wir trotzdem zu kämpfen und zu bangen.“

Kreisbäuerin Katharina Kern sieht die neue Verordnung ebenfalls positiv. „Schön, dass das in der Politik ankommt und priorisiert wird!“ Nur eine Befürchtung hat sie: „Hoffentlich kommen da keine Klagen und weitere Hindernisse. Sonst ist am Ende nur wieder viel Gerede und nichts passiert.“

Vorsichtig optimistisch ist auch Alexander Meier, Vorsitzender der Schafhaltervereinigung Rosenheim aus Schonstett. Die neue Verordnung sei dem ersten Anschein nach eine „Super Sache, auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung“. Wenn es so komme wie angekündigt –, dass Wölfe, sobald sie ein ein Schaf gerissen hätten, entnommen werden können – dann könne man zufrieden sein. „Das Problem mit dem Bär ist aber noch nicht geregelt“, sagte Meier dem OVB.

Der Rosenheimer Landtagsabgeordnete und Präsident des Tourismus Oberbayern München e.V., Klaus Stöttner, begrüßt den Beschluss der Wolfsverordnung durch das bayerische Kabinett.

„Wir brauchen Sicherheit in den Bergen – für Mensch und Tier! Die neue Wolfsverordnung schafft die Grundlage, Weidetierhaltung und Alpinismus dauerhaft zu ermöglichen“, so der Landtagsabgeordnete. Klaus Stöttner stellt fest: „Bayern muss ein sicheres Almbauernland bleiben. Der Freistaat hat hier eine große Verantwortung gegenüber bäuerlichen Familien, die durch Almbewirtschaftung unter schwierigen Arbeitsbedingungen seit Generationen für den Erhalt unserer einzigartigen Kulturlandschaft und Biodiversität sorgen.

Daher befürworte ich ganz klar die Maßnahmen der neuen Wolfsverordnung. Wölfe und Bären bringen die Balance zwischen Mensch und Natur ins Wanken. Dieser Tatsache muss man angesichts der jüngsten Vorfälle im Trentino und in unserem Landkreis Rosenheim ins Auge blicken. Der dicht besiedelte Voralpenraum in Oberbayern und Allgäu verträgt kein Wachstum von Wolfsrudeln“.

Cordula Wildauer

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