Rosenheim – Der Fischotter bereitet den Fischern zunehmend Sorgen – das wurde bei der Jahresversammlung des Kreisfischereivereins Rosenheim deutlich. Mittlerweile sei das kleine Raubtier in allen Gewässern im Landkreis anzutreffen und schädige nicht nur den Fischbestand. 173 Fischer kamen zu der Veranstaltung.
Aktuell 2400 Mitglieder
Wie Vorstand Rainer Schäfer berichtete, gab es in den vergangenen Jahren einen enormen Zulauf an Mitgliedern. Mit aktuell rund 2400 Mitgliedern zählt der Verein zu den größten Fischereivereinen in ganz Bayern. Finanziell steht der Kreisfischereiverein Rosenheim derzeit sehr gut da. Doch die derzeit hohe Inflation macht sich auch dort bemerkbar, insbesondere bei den Preisen für den Fischbesatz. Eine Beitragserhöhung sei darum unumgänglich. Greifen soll diese aber erst ab 2025.
Unter den Gästen war auch der neue Präsident der bayerischen Fischer, Axel Bartelt. In seinem Grußwort stellte Bartelt klar: „Fischer sind nicht die Ausbeuter der Natur, sondern Naturschützer.“ Dieses Verständnis sei aber noch nicht überall angekommen: „50 Prozent der Leute sind mit der Arbeit der Fischer zufrieden. Da ist also noch Luft nach oben“, meinte er.
Herausforderungen für die Fischer sieht der frischgewählte Präsident aktuell viele, allen voran in dem Fischotter, der sich zunehmend in Bayern ausbreite und für Schäden sorge. Dies bestätigten Gewässerwart Mathias Hirsch und Besatzwart Anton Huber. Hirsch präsentierte dazu einige Fotos von Fischen, die von Fischottern getötet oder schwer verletzt wurden. Hunger hätten die Raubtiere aber nicht nur auf Fische, sondern auch auf Muscheln und damit reduziere sich deren Bestand teils schon deutlich. „Die Experten wollten uns lange nicht glauben, dass Fischotter auch Muscheln fressen. Aber die Forschung geht weiter und langsam denken auch sie um“, so Huber. Er und Bartelt wünschen sich eine sichere Rechtsgrundlage zur Regulierung des Fischotterbestands.
Lob für die Arbeit des Fischereivereins Rosenheim kam von Landrat Otto Lederer. „Für mich sind Fischer die aktiven Naturschützer schlechthin,“ sagte er. Seinen Worten schloss sich Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner an: „Fischer leisten Naturschutz auf besondere Weise, sie arbeiten still und niemals laut.“
Zu der Arbeit des Fischereivereins zählt auch die Beteiligung und Unterstützung von Forschungsprojekten. Eines dieser Projekte stellte Christoffer Nagel vom Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie der Technischen Universität München in seinem Vortrag vor.
Forschungsprojekt vorgestellt
Rund 5000 Fische wurden in den vergangenen Monaten bereits mit Sendern ausgestattet und im Verlauf des Inns Antennen stationiert, um auf diese Weise die Tiere bei ihrem Zug durch die Fischpässe, Altwasser und Zubringer zu begleiten. Darüber hinaus diene das Projekt der Wachstumsanalyse von Fischen.