MVV-Bereich: Keine Änderung bei Tarifzonen

von Redaktion

ÖDP scheitert mit Vorstoß im Umweltausschuss – Gegen namentliche Abstimmung

Rosenheim – Der Beitritt des Landkreises Rosenheim zum Münchner Verkehrsverbund (MVV) ist erst seit wenigen Wochen in trockenen Tüchern, jetzt wollte die ÖDP bereits die Tarifzonen in der Region ändern. Der Umweltausschuss bremste sie in seiner jüngsten Sitzung aus.

Neben kleineren Korrekturen enthielt die Forderung der ÖDP einen zentralen Punkt, um den sich die Diskussion vorallem drehte. Sie wollte, dass die Stadt Rosenheim und die Gemeinden Stephanskirchen, Prutting, Riedering, Rohrdorf, Raubling und die Stadt Kolbermoor in einer gemeinsamen Tarifzone zusammengefasst und wie eine einzige Gemeinde behandelt werden.

Josef Fortner begründete den Antrag mit dem Hinweis, die jetzige Zonenfestlegung ginge von Münchner Verhältnissen aus und berücksichtige nicht die spezifischen Gegebenheiten im Landkreis mit dem Schwerpunkt Rosenheim. Weil ihm das Anliegen so wichtig war, beantragte er auch gleich die namentliche Abstimmung.

Die verwehrte ihm das Gremium bei zwei Gegenstimmen, auch der Antrag selbst fiel bei drei Gegenstimmen durch. Landrat Otto Lederer (CSU) hatte vor der Abstimmung bereits betont, Zonenvorgaben könnten nicht so einfach verändert werden. „Da entstehen zusätzliche Verluste“, so der Landrat mit Verweis auf die Vorgabe des Freistaates Bayern, dass 90 Prozent der im MVV-Bereich anfallenden Betriebskosten über die tariflichen Einnahmen erwirtschaftet werden müssen. Den Rest bezahlt das Land. „Wenn wir die 90 Prozent nicht schaffen, steigt der Freistaat beim Ausgleich des Defizits aus“, sagte der Landrat.

Dass die sogenannte „Tarifergiebigkeit“ dem Ansinnen der ÖDP entgegensteht, darauf hatte auch Oliver Kirchner hingewiesen, Geschäftsführer der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft (ROVG). „Das ist der springende Punkt“, so Kirchner. Wie der Landrat verteidigte er die bestehende Regelung, derzufolge eine Gemeinde eine Tarifzone bildet. Ausnahme im Landkreis sei lediglich die Gemeinde Aschau, deren flächenmäßige Größe eine Unterteilung in zwei Zonen erforderlich mache.

„Es ist ja nicht auf Dauer alles in Stein gemeißelt. Jetzt lasst uns erst einmal starten. Dann kann man immer noch sehen, ob an der ein oder anderen Stellschraube gedreht werden muss“, war sich Lederer mit dem ROVG-Geschäftsführer einig.Norbert Kotter

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