Rosenheim – „Urlaub auf dem Bauernhof hat Zukunft, wenn es auch schwerwiegende Zeiten und Schicksalsschläge zu meistern gilt“ – so hieß es bei der Jahresversammlung der Anbietergemeinschaft Chiemsee-Wendelstein im Gasthof Zur Post in Rohrdorf. Zunehmende Buchungszahlen, verstärkte Kooperationen und der Zusammenhalt der 104 Mitgliedsbetriebe bewirkten eine Nach-Corona-Aufbruchstimmung. Dafür bedankten sich, auch für die Vorsitzende Sabine Bauer, die wegen eines Trauerfalles um eine Auszeit aus dem öffentlichen Wirken bat, der Zweite Vorsitzende Donat Fischer und Geschäftsführerin Sandra Wierer.
Landrat Otto Lederer stellte, auch im Namen der Geschäftsführerin des Tourismusverbands Chiemsee-Alpenland Tina Pfaffinger, die Wichtigkeit von Urlaub auf dem Bauernhof (UadB) heraus. „Ihr seid beste Botschafter, die den Menschen die Themen der Landwirtschaft näherbringen. Ihr zeigt mit eurem tagtäglichen Arbeiten, wie Tierhaltung funktioniert und wie Produkte von eurem Hof regional, saisonal, hochwertig und nachhaltig verarbeitet und vermarktet werden. Urlaub auf dem Bauernhof ist eine konstante Säule und Garant, dass sich Gäste bei uns wohlfühlen.“ Der Landrat dankte dem langjährigen Vorsitzenden Paul Arnold, dessen Engagement Basis dafür sei, dass UadB heute ein Leuchtturmprojekt und innerhalb des Landkreises Rosenheim jeder zehnte Betrieb ein bäuerlicher Vermieter sei.
Fischer machte deutlich, dass Erfolg nur durch Einsatz und Qualität möglich sei. Insgesamt sieben Reisebörsen wurden mit Werbematerial ausgestattet. Ein besonderer Schwerpunkt läge dabei bei Kooperationen. Fischer dankte unter anderem den UadB-Gemeinschaften Traunstein und Berchtesgadener Land, mit denen eine Werbegemeinschaft gefunden wurde. Weitere erfolgreiche Kooperationen bestehen mit der Lettl-Spedition aus Wasserburg, mit Auerbräu Rosenheim, ORO Rohrdorf und mit der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling. Als Produkt- und Werbepartner stellte sich die Winzerfamilie von Ulrich Göbel aus Ernst an der Mosel mit ihrem Prosecco vor, der zukünftig mit einem UadB-Logo vermarktet wird.
Marianne Rottmüller vom Zacherlhof in Nußdorf dankte für die Unterstützung beim Apfelmarkt in Bad Feilnbach. In diesem Jahr seien vier Tage geplant.
Susanne Wibbeke vom „Blauen Gockel“ und damit vom UadB-Landesverband Bayern informierte, dass sich bei den Messen wie auf der Grünen Woche in Berlin eine Renaissance der gedruckten Werbemittel gezeigt habe. Auch Bücher oder Spiele wie das „Hofgeheimnis“ würden mit Prospekten und Angeboten über soziale Netzwerke die Neugierde neuer Gäste wecken. Dr. Anja Mayr vom Rosenheimer Landwirtschaftsamt informierte über mögliche Kooperationen.
Die Kassenberichte und der Haushaltsvorschlag der Geschäftsführerin fand nach Empfehlung von Kassenprüfer Franz Oberbauer ebenso die Zustimmung der Versammlung wie Vorschläge, weitere Kooperationen einzugehen, Seminare, Schulungen und Betriebsbesichtigungen anzubieten. Die digitale Gästemappe soll ausgeweitet werden.
Die Versammlung verabschiedete Katrin Keil nach vierjähriger Assistenz in der UadB-Geschäftsführung. Ihre Cousine Franziska Reiter hat die Aufgaben, unter anderem die Mitgliederbetreuung, nun übernommen.
Ein Antrag, fortan die Klassifizierungspflicht für UadB-Mitglieder aufzuheben, stieß eine Diskussion an. Fischer sähe dies als Rückschritt, „das Riesen-Qualitäts-Merkmal dürfen wir nicht aufgeben“, aber es gebe Gründe für Gespräche. Man wolle die Entwicklung abwarten und dann mit den Werbepartnern von Berchtesgaden und Traunstein, die auch für eine Klassifizierung sind, neu abstimmen.