Ein kultureller Glanzpunkt

von Redaktion

Landtagspräsidentin Ilse Aigner besuchte das ZeMuLi

Bruckmühl – „Willkommen zum Antrittsbesuch“ – mit diesen Worten hieß Bezirkstagspräsident Josef Mederer die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner im „Zentrum für Volksmusik, Literatur und Popularmusik“ des Bezirks Oberbayern (ZeMuLi) in Bruckmühl willkommen. Mit „wo wir herkommen, wo wir stehen und wo die Zukunft hinführt“ erläuterte er den 2017 erfolgten Erwerb des Volksmusikarchiv-Gebäudes (ursprünglich als Krankenhaus errichtet) sowie der beiden Alten- und Pflegeheimgebäude durch den Bezirk von der Marktgemeinde Bruckmühl.

Geplante Sanierung
für 28 Millionen Euro

„Dadurch können wir für den ZeMuLi-Standort die Fläche mehr als verdoppeln“ berichtete er fest und fügte hinzu: „Das ZeMuLi ist eine wichtige Säule für den Bezirk“. Allerdings bestehe für alle drei Gebäude erheblicher Sanierungsbedarf, der rund 28 Millionen Euro erfordere. Dafür habe sich im Bezirk eine breite politische Mehrheit ausgesprochen. „Das ist eine sinnvolle Investition und bestens angelegtes Geld, denn Kultur ist für mich ein Lebensmittel“ konstatierte der Bezirkstags-Chef und führte weiter aus: „Von diesem Kompetenzzentrum gehen wir auch nach draußen, wir wollen digitalisieren und archivieren und junge Menschen zur Volksmusik, aber auch zur Popularmusik hinführen“. Noch heuer solle der symbolische Spatenstich erfolgen, die Sanierung werde jedoch rund vier Jahre dauern.

Landrat Otto Lederer betonte, dass Bayern gemäß seiner Verfassung nicht nur ein Freistaat, sondern auch ein Kulturstaat sei. „Dabei ist es wichtig, dass sich die Kultur nicht nur auf die Hauptstadt konzentriert, sondern auch auf den Bezirk und die Landkreise. Das ZeMuLi ist ein Schatz für den Landkreis, wir profitieren wir sehr davon“ stellte er fest. Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter wies auf die „2017 eingetragene kommunale Lebenspartnerschaft zwischen Bezirk und Gemeinde“ hin und ergänzte: „Ich freue mich auf eine tolle strategische Partnerschaft unserer Gemeinde mit dem ZeMuLi“. Volksmusikarchiv-Leiterin Verena Wittmann erläuterte die Vorgehensweise bei der Sichtung, Erfassung und Digitalisierung der Bestände. „Zunächst wird der wertvollste Bestand, die Nachlässe von Kiem Pauli, Annette Thoma und die Horak-Sammlung bearbeitet“.

Bei einem Rundgang durch das ehemalige Altenheim schilderte ZeMuLi-Leiterin Dr. Katharina Baur Details zur Neugestaltung der von 1300 auf rund 3000 Quadratmeter erweiterten Räumlichkeiten. So sollen unter anderem ein Veranstaltungsraum für 120 Personen, Proben-, Seminar- und Ausstellungsräume, eine Musikwerkstatt und ein Tonstudio entstehen. In den Kellerräumen werden umfangreiche Räumlichkeiten für die Archivierung geschaffen, darunter „mit entsprechenden klimatischen Bedingungen“ auch für Musikinstrumente. „Wir haben wunderbares Archivmaterial, das wir der Öffentlichkeit zugänglich machen wollen, vom Laien über die Musiker bis zur Wissenschaft“ hob Baur hervor.

Für die Zukunft
bestens aufgestellt

„Durch seine Ausrichtung als Kompetenzzentrum ist es zukunftsorientiert aufgestellt. Besonders gut gefällt mir, dass Volksmusik und Popularmusik hier unter einem Dach vereint sind. Das ZeMuLi ist ein neuer Glanzpunkt in der Gemeinde und im Landkreis“ erklärte Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Als Erinnerungspräsent erhielt sie das von Bezirks-Volksmusikpfleger Leo Meixner zusammengestellte neue Liederbuch „Heut san ma lustig“. Anzumerken ist noch, dass die Gäste vom ZeMuLi-Trio, bestehend aus Leo Meixner, Maxi Kellner und Martin Prohaska musikalisch begrüßt wurden.

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