Ein fester Anker für Kinder

von Redaktion

Rosenheim – „Der Kinderschutzbund Rosenheim ist wie ein Schwarm, der in den 40 Jahren seines Bestehens immer größer geworden ist und dessen Richtung Marianne Guggenbichler seit über zehn Jahren als Geschäftsführerin vorgibt,“ so Vorsitzende Irmgard Bauer in ihrer Ansprache zur jährlichen Jahreshauptversammlung des Kinderschutzbundes Rosenheim. Dass der Kinderschutzbund aus der Jugendhilfelandschaft von Stadt und Landkreis Rosenheim nicht mehr wegzudenken ist, zeigten auch die Worte in den Begrüßungen von Daniel Artmann, Zweiter Bürgermeister der Stadt Rosenheim, stellvertretendem Landrat Josef Huber und Werner Gartner, Zweiter Bürgermeister der Stadt Wasserburg. Alle drei Redner bestätigten unisono, dass der Kinderschutzbund Rosenheim mit seinem komplexen Tätigkeitsfeld und seinen über 40 hauptamtlichen Beschäftigten und den fast 200 Ehrenamtlichen viele Kinder, Jugendliche und Eltern aus Stadt und Landkreis Rosenheim erreicht.

„Wir wünschen uns einen Platz der Kinderrechte in den Städten und Gemeinden, damit die Rechte der Kinder auch im Alltag sichtbar werden“, richtete Bauer eine Bitte an die Vertreter der Politik. Der Dank der kommunalen Vertreter galt dann dem unermüdlichen Engagement der Mitarbeiter des Orts- und Kreisverbandes. Dies spiegelte auch der umfangreiche Geschäftsbericht Guggenbichlers wider. Im vergangenen Jahr war der Kinderschutzbund zudem in 18 Landkreisgemeinden und in den Städten mit Spiel- und Aktionsangeboten unterwegs, um sein 40-jähriges Bestehen mit den Kindern und Familien zu feiern. Wie Guggenbichler aus einem Wirkungsbericht zitierte, konnte der Kinderschutzbund Rosenheim 2022 fast 18000 Menschen erreichen.

Gerade nach den CoronaJahren waren die Belastungen in den Familien hoch. So unterstützen in den ambulanten Familienhilfen im Landkreis 17 Familienpaten die pädagogischen Fachkräfte in ihrer Arbeit. Das Patenprojekt wird vom Landkreis finanziert und ist ein Kooperationsprojekt mit dem dortigen Fachdienst Frühe Hilfen und dem Netzwerk Familienpaten Bayern. In der Stadt Rosenheim gibt es im Rahmen der Frühen Hilfen den Babybegrüßungsdienst Willkommen, ein von der Stadt Rosenheim und aus Bundesmitteln gefördertes Projekt in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Frühe Kindheit. 185 Willkommenstaschen konnten an die jungen Familien übergeben werden. Es wurden über 200 verschiedene Jugendhilfemaßnahmen durchgeführt. Begleitete Umgänge waren auch 2022 weiterhin sehr hoch, sodass es zu insgesamt 120 Maßnahmen kam.

In der Stadt Rosenheim ist der Kinderschutzbund gemeinsam mit der Caritas, dem Kinderheim Schöne Aussicht und den Mitarbeitern des Jugendamtes im Sozialraum Nord verankert. Hier stand im vergangenen Geschäftsjahr unter anderem auch die Quartiersarbeit im Neubaugebiet der Lena-Christ-Straße im Fokus, dort fanden mehr als 300 Familien ein neues Zuhause. Auch in den Gemeinschaftsunterkünften im Norden der Stadt gab es einen großen Bedarf an Unterstützung, vor allem im Bereich Schule, Sprachentwicklung und Hilfestellung bei Behördengängen.

Neben der familienpädagogischen Auftragsarbeit spielte das Ehrenamt beim Kinderschutzbund nach wie vor eine große Rolle. „Der Kinderschutzbund ist Träger des Mehrgenerationenhauses Wasserburg und der Kontaktstelle bürgerschaftliches Engagement im Rosenheimer Norden“, so Guggenbichler. Hier spielten Nachbarschaft und Ehrenamt eine große Rolle.

„Das Kinder-, Jugend- und Elterntelefon wäre nicht von Montag bis Freitag zu besetzen, gäbe es keine ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen“, so Guggenbichler weiter. Über 35 ausgebildete Telefonberater:innen deckten 2022 die Dienstzeiten dieser Beratungsangebote in Kooperation mit Nummer gegen Kummer ab. Es gingen über 6300 Anrufe ein und es kam davon zu circa 1400 Beratungen, alleine am Kinder- und Jugendtelefon war eine Steigerung von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Die Auswertungen erfolgen jährlich über den Dachverband Nummer gegen Kummer. Abschließend bedankte sich Bauer bei den Spendern, Sponsoren und Förderern, ohne deren finanzielle Zuwendungen viele Projekte und Angebote für Familien nicht durchführbar wären.

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