„Mach’s gut!“, sagte ich zu meinem Papa und er antwortete: „Mach’s besser!“ Nichts Außergewöhnliches, denn mit diesen Worten haben wir uns immer voneinander verabschiedet. Nur dieses Mal vor nunmehr acht Jahren war es eben das letzte Mal und die letzten Worte, die wir am Krankenbett miteinander geredet haben. Manche Abschiede im Leben, ob durch Trennung oder Tod, bahnen sich über längere Zeit an, andere kommen ganz plötzlich. Heute ist mir mein Vater oft näher als zu Lebzeiten, denn ich trage viele seiner Erzählungen, weisen Ratschläge und Erfahrungen in mir. Nach seinem Tod habe ich diese aber erst alle für mich sortieren und einordnen müssen. Jetzt habe ich so etwas wie ein „inneres Vermächtnis“, das mir sehr kostbar ist und für das ich dankbar bin. Der Abschied des Auferstandenen von seinen Freunden nach Ostern geht für mich auch in diese Richtung. Das Fest Christi Himmelfahrt, das wir morgen feiern, bringt das zum Ausdruck. Jesus fährt ja nicht in den Himmel auf wie mit einer Rakete ins Weltall. „Himmel“ ist der Codename Gottes und der Begriff für das, was über unser Leben hinausgeht. Das meinen wir auch, wenn wir „Vater unser im Himmel“ beten. Wenn auch nicht mehr sichtbar für ihre Augen tragen die Jünger und Jüngerinnen Jesu seine Botschaft und eine Zusage als inneres Vermächtnis im Herzen: Ich lasse euch nicht allein zurück, sondern mit meiner Liebe und meiner Kraft und einem Beistand, der zur richtigen Zeit da sein wird. Christi Himmelfahrt heißt, der Himmel beginnt in uns und findet in Gott sein Ziel.