Mit Rückenwind unterwegs

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

„Momentan bin ich völlig durch den Wind“, so versucht eine junge Frau in der Sprechstunde ihr Problem und das Chaos ihrer Gefühle zu schildern. Vermutlich kennt jeder von uns ähnliche Situationen aus dem eigenen Leben. Momente, in denen man nicht mehr klar denken kann, weil unerwartete Ereignisse einen gut durchdachten Lebens- und Erfolgsplan durcheinandergebracht haben. Dabei kommt der Begriff „durch den Wind sein“ eigentlich aus der Sprache der Segler: Schiffe „müssen durch den Wind“, wenn sie die Richtung wechseln. Da gibt es dann den Punkt, an dem der Wind direkt von vorn mit voller Wucht und Widerstand durch die Segel bläst. Eine ziemlich anstrengende Situation für die ganze Besatzung im Schiff. Genauso müssen wir auch im Leben tatsächlich immer wieder einmal mitten „durch den Wind“, damit es dann gut weitergehen kann. In der Bibel wird die Erzählung vom Pfingstfest in der Apostelgeschichte mit einem Wind, sogar einem Sturm verbunden. Es ist kein Bericht, wie damals an diesem Pfingsttag gerade das Wetter war, sondern eine Ansage, dass die Gemeinschaft der Kirche und jeder Einzelne von uns immer wieder einmal „durch den Wind“ muss. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Aufgabe und Mühe des richtigen Navigierens wird uns dabei nicht erspart. Nur mit dem Unterschied, dass Gottes Kraft uns dafür den Rückenwind gibt und antreibt. Gottes Geist verschafft unserem Leben zumindest keine anhaltende Flaute, in der unser Schiff nur langweilig dahintreibt. Mit Gottes Geist bleibt ein Weg immer herausfordernd, aber spannend.

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