Rosenheim – Die entscheidende Nachricht ging zwischen all den Rückblicken und Zahlen der Kassenberichte fast ein wenig unter. Und dennoch wird sie viele Rosenheimer freuen: Der Christkindlmarkt in Rosenheim soll 2023 an den Wochenenden eine Stunde länger als bisher geöffnet bleiben.
Das hat der Wirtschaftliche Verband der Stadt und des Landkreises Rosenheim (WV) auf seiner Mitgliederversammlung bekannt gegeben.
An den Freitagen und Samstagen soll es damit erstmals Glühwein, Bratwurst und Schmalzgebäck bis 21 Uhr anstatt 20 Uhr geben. „Zudem sollen mehrere neue Hütten dazukommen“, sagt Maximilian Werndl, Vorstandsmitglied des WV. Das vergangene Jahr habe gezeigt, dass zum Beispiel durch den Umzug der Bude „Zu de Sennerinnen“ auf den Ludwigsplatz an anderen Orten mehr Platz entstanden ist. „Das hat das Ganze entzerrt und ist gut angekommen“, sagt Werndl. Welche Marktstände genau hinzukommen werden, könne man jedoch noch nicht sagen.
Das Herbstfest soll
„grüner“ werden
„Unter den Budenbetreibern gibt und gab es immer wieder einen größeren Wechsel“, berichtet Werndl. Viele seien auch der Corona-Pandemie „zum Opfer gefallen“. Allerdings sollen dem Vorstandsmitglied zufolge viele der Marktstände, die bereits 2022 einen Platz hatten, auch in diesem Jahr wieder dabei sein.
Weiterhin geben wird es das Bühnenprogramm auf dem Christkindlmarkt. „Daran halten wir fest, obwohl es schon Überlegungen gab, ob es das braucht“, sagt Werndl. Vor allem, da die musikalische Begleitung einen großen Kostenpunkt mit rund 40000 Euro darstelle. „Auf der anderen Seite ist es ein wesentlicher Bestandteil und macht den Rosenheimer Christkindlmarkt zu etwas Besonderem.“
Zur besonderen Atmosphäre gehört auch die weihnachtliche Beleuchtung der Innenstadt. „Der Christkindlmarkt darf keine dunkle, verkommene Ecke sein“, sagt Werndl. Deshalb sei man froh gewesen, dass Oberbürgermeister Andreas März im vergangenen Jahr ein Machtwort gesprochen und der Beleuchtung trotz Energiekrise zugestimmt hat. Für dieses Jahr soll die Beleuchtung in weiten Teilen erneuert werden.
Die Veränderungen betreffen jedoch nicht nur den Christkindlmarkt, sondern auch das Rosenheimer Herbstfest.
„Wir wollen eine grüne Wiesn entwickeln“, sagt Tobias Tomczyk, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des WV. Bereits jetzt komme der Strom für das Herbstfest von einer regionalen Biogasanlage. Ziel sei es, noch nachhaltiger zu werden.
Da sei man gerade dabei, weitere Konzepte zu erarbeiten, wie das in die Realität umgesetzt werden könne. „Und trotzdem darf der traditionelle Charakter nicht verloren gehen. Das muss in Einklang gebracht werden.“ Tomczyk berichtet aber auch, dass die Planung des Herbstfestes aufgrund von Inflation und Arbeitskräftemangel immer schwieriger werde.
Um in Zukunft für diese Herausforderungen noch besser gewappnet zu sein, wird es ab dem kommenden Jahr eine Kooperation mit dem City Management Rosenheim geben. „Wir gründen die Rosenheimer Veranstaltungs GmbH, das ist ein Meilenstein in der Verbandslandschaft der Region“, sagt Reinhold Frey, Vorstandsvorsitzender des WV.
Die Veranstaltungen beider Vereine werden zukünftig durch die neue GmbH durchgeführt. Dadurch sollen interne Strukturen gestärkt und Synergien besser genutzt werden. „Für die Besucher wird sich aber gar nichts ändern“, sagt Frey. Für die Stadt Rosenheim, aber auch für Region sei dieser Zusammenschluss „sensationell“, sagt Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März. „Wie viel wir von dieser Entscheidung profitieren, werden wir in den nächsten Jahren sehen.“
Stadt- und Landball
kommt zurück
Nicht jede Stadt verfüge über den Luxus, dass zwei große Vereine gemeinsam „tat- und schlagkräftig“ die wichtigsten Veranstaltungen Rosenheims organisieren, so der Oberbürgermeister. Dadurch werde auch der Verwaltung vieles abgenommen. „Wir müssen nur noch das möglich machen, was sich der Wirtschaftliche Verband oder das City-Management einbilden“, sagt März.
Und auch für alle Faschingsbegeisterte gab es während der Mitgliederversammlung eine gute Nachricht: Im Februar 2024 kehrt nach dreijähriger Pause der Rosenheimer Stadt- und Landball zurück, wie Sandra von Gottesheim, Präsidentin der Faschingsgilde Rosenheim bestätigt.