Rosenheim – Rund zwei Wochen ist es her, dass ein elfjähriger Junge vom Kajak-Klub Rosenheim auf tragische Weise in der Ammer ertrank. Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft zu den Umständen des tödlichen Unfalls. Doch die Ergebnisse lassen auf sich warten. „Es konnte noch nicht festgestellt werden, ob ein Anfangsverdacht gegen eine bestimmte Person besteht“, sagt Andrea Grape, Oberstaatsanwältin und Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft München II.
Demnach ist noch nicht final geklärt, ob sich jemand aus der Gruppe der 14 Fahrer verantworten muss.
Mit fünf Erwachsenen und neun Kindern und Jugendlichen war der Kajak-Klub Rosenheim (KKR) unterwegs, als der junge Fahrer in einer Engstelle vor der Echelsbacher Brücke kenterte und es nicht mehr aus eigener Kraft an die Oberfläche schaffte. Erst Stunden später konnte der Leichnam von den Rettungskräften geborgen werden.
Ein tragischer Unfall, der die Staatsanwaltschaft dazu veranlasste, die Todesursache und Umstände abzuklären. Neben der Sicherung von Beweismitteln wurde durch das Amtsgericht München auch eine Obduktion des Leichnams angeordnet. „Ein Ergebnis dazu liegt uns noch nicht vor“, sagte Grape auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. Dementsprechend dauert auch das Todesermittlungsverfahren weiterhin an.
Wann mit den ersten Ergebnissen zu rechnen ist, konnte weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft vorhersagen. „Das lässt sich im Vorfeld nie genau abschätzen“, sagte Alexander Huber, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, schon wenige Tage nach dem Unglück. Nachdem die Umstände des Unfalls vom Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim bereits genau aufgenommen wurden, geht Huber nicht davon aus, dass seitens der Polizei noch viele neue Erkenntnisse gemeldet werden. Ob also ein Ermittlungsverfahren gegen einen der Beteiligten eingeleitet wird, liegt also alleine bei der Staatsanwaltschaft.
Zumindest der erfahrene Bootsführer und Kajakausbilder Neil Newton Taylor schätzte die Gefahr des Flusses als eher gering ein. „Das ist ein sehr gemütlicher Bach und selbst mit wenig Erfahrung eigentlich nicht besonders gefährlich“, meinte er. Ein gewisses Restrisiko bestehe beim Kajakfahren allerdings immer.
Solange die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, hüllen sich auch die Mitglieder des Kajak-Klubs Rosenheim nach wie vor in Schweigen. „Wir haben noch keine weiteren Informationen der leitenden Polizeidienststelle Weilheim erhalten und werden solange keine Aussage zu dem Vorfall machen“, heißt es vonseiten des Vorstandes. Demnach liegt den Verantwortlichen des Klubs noch nicht einmal der Unfallbericht über das tragische Unglück vor.
Oberstaatsanwältin Grape geht zwar tendenziell nicht davon aus, dass es tatsächlich zu einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren gegen konkrete Personen kommt. Solange die Abklärung der Todesursache und der Todesumstände aber noch im Raum stehen, könne man noch nicht sicher feststellen, ob ein Verdacht gegenüber einer bestimmten Person besteht. Für alle Beteiligten bleibt somit wohl weiterhin nur, abzuwarten. Korbinian Sautter