Kolbermoor/Oberwöhr/Aisingerwies/Schwaig – Diese Tage werden vielen Kolbermoorern und Rosenheimern noch schmerzlich in Erinnerung sein: Beim Jahrhunderthochwasser Anfang Juni 2013 waren die Wassermassen aus der Mangfall über die Deiche bis in die Stadtmitte geschwappt. Ganze Straßenzüge standen bis zu einem halben Meter unter Wasser. Anwohner mussten in der Pauline-Thoma-Schule, die als Notunterkunft eingerichtet worden war, Schutz suchen. Auf dem Höhepunkt des Hochwassers schossen 80000 Liter Wasser pro Sekunde über den Mangfalldamm.
Der damalige Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer war selbst nach Kolbermoor gereist, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Anschließend hatte der Freistaat der Stadt eine Soforthilfe in Höhe von 6 Millionen Euro gewährt, die unter anderem dafür genutzt wurden, die rund 1200 beschädigten Gebäude zu sanieren.
Schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden auch die Flurstücke zwischen Pullach und Götting. Das Areal, in dem das Willinger Wasserschutzgebiet liegt, glich einer einzigen Seenlandschaft. Die Trinkwasserversorgung von rund 120000 Menschen, die im Einzugsbereich der Städte Rosenheim, Kolbermoor und Bad Aibling wohnen, wurde als Folge der Überflutung beeinträchtigt. Weil Coli-Bakterien ins Wasser gelangten, musste es tagelang abgekocht werden. In einer Sonderserie erinnern die OVB-Heimatzeitungen im Juni an die dramatischen Tage vor zehn Jahren. Betroffene und Einsatzkräfte erzählen – von ihrer Angst, vom Verlust, von ihrem aufopferungsvollen Kampf gegen die Wassermassen. Fachleute, aber auch stille Helden kommen zu Wort. Der Blick richtet sich auch nach vorne: Wie gut ist die Region heute im Katastrophenfall gerüstet? Welche Schutzmaßnahmen wurden ergriffen? Wie wirken sich Extrem-Wetterlagen und Klimawandel aus?