Traunstein – Bei der Kontrolle des Fernreisezugs RJX 61 in Richtung Salzburg bei Bergen entdeckten Bundespolizisten bei einem nigerianischen Staatsangehörigen 19 „Fingerlinge“ mit insgesamt gut 185 Gramm Kokaingemisch, bestimmt für den späteren Transport in menschlichen Körpern.
Das Schöffengericht am Amtsgericht Traunstein mit Richterin Sandra Sauer an der Spitze verhängte wegen mehrerer Drogendelikte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten.
Der Angeklagte hatte die Betäubungsmittel laut Anklage am Morgen des 6. Januars mit dem Fernbus BlaBlaCar über die Strecke Paris-Mannheim illegal in das Bundesgebiet gebracht. Bei der Zugkontrolle im Landkreis Traunstein hatte er neben den Drogen 550 Euro Bargeld bei sich. Das Gericht ordnete an, den Betrag als Wertersatz nach dem Grundsatz „Straftaten dürfen sich nicht lohnen“ einzuziehen. Bei den Ermittlungen wurde Genmaterial des 35-Jährigen an den Fingerlingen nachgewiesen.
Staatsanwalt Fabian Meixner beantragte wegen unerlaubter Einfuhr und Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln eine Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten. Der Verteidiger, Christian Pusch aus Traunstein, hielt zwei Jahre mit Bewährung für ausreichend. Monika Kretzmer-Diepold