Mit Migranten und Messer unterwegs

von Redaktion

Polizei zweifelt Ausflugsgeschichte an

Kiefersfelden/Rosenheim – Die Bundespolizei hat am Mittwoch an der Inntalautobahn einen mutmaßlichen Schleuser gefasst. Neben dem Aserbaidschaner fanden die Beamten in der Ablage der Fahrertür ein Messer mit rund zehn Zentimeter langer Klinge. Seine drei Mitfahrer konnten sich nicht ausweisen. Sie gaben an, aus der Türkei zu stammen, aber schon länger in München zu leben. In Österreich hätten sie einen Kurzurlaub genossen. Die Beamten misstrauten dieser „Urlaubslegende“. Nach eingehender Befragung gaben die drei türkischen Staatsangehörigen zu, dass sie erst einige Tage zuvor in Bulgarien angekommen wären. Dort trafen sie den Fahrer, der sie gegen Bezahlung nach München mitnehmen wollte, wo sie Asyl beantragen wollten. Der Fahrer, ein 25-jähriger Aserbaidschaner, behauptete, die Männer nur aus Gutmütigkeit mitgenommen zu haben. Ein gültiges Visum hatte auch er nicht. Wie seine Mitfahrer wurde er wegen illegalen Einreiseversuchs angezeigt. Darüber hinaus wirft ihm die Bundespolizei das Einschleusen von Ausländern unter Mitführung einer Waffe vor. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde er am Donnerstag beim Rosenheimer Amtsgericht vorgeführt. Im Anschluss ging es auf richterliche Anordnung hin in die Justizvollzugsanstalt Traunstein. Die drei Kurden wurden an eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet.

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