„Jetzt ist die Zeit zum Trauern“

von Redaktion

U-Boot-Katastrophe: Mann und Sohn von Christine Dawood tot

Rosenheim – Die Nachricht über die Implosion des Tauchboots löste auch in Rosenheim Trauer und Bestürzung aus. Auch bei den Trachtenvereinen Alt Rosenheim und Unterinntaler Vogtareuth – in diesen Vereinen ist Christine Dawood noch immer Mitglied. „Jetzt ist Zeit zum Trauern“, sagte Alt-Rosenheim-Vorsitzender Richard Teichner.

Auch die Dawood Foundation nimmt Abschied. Auf der Homepage der Stiftung heißt es: „Bitte schließt die dahingegangenen Seelen und unsere Familie während dieser schwierigen Zeit der Trauer weiter in eure Gebete ein.“

Schon vor einigen Jahren hatte das Schicksal die Familie fast getroffen. Christine und Shahzada Dawood entgingen damals offenbar um Haaresbreite einem Flugzeugabsturz. Christine Dawood schilderte 2019 den Vorfall auf ihrer Homepage „Next step now“ als einschneidendes Erlebnis. „Mein Mann erzählte mir später, dass er an die Gelegenheiten dachte, die er vorüber habe ziehen lassen, und wie sehr er sich wünschte, seinen Kindern noch etwas auf den Weg mitzugeben.“

Warum er nun die Gefahr der Tiefsee suchte, bleibt unklar. Wie Azmeh Dawood, die ältere Schwester von Shahzada Dawood und Tante von Suleman, einem amerikanischen TV-Sender berichtete, habe der Junge Angst vor der Fahrt gehabt. Er habe sich nur als Liebe zu seinem Vater gegenüber und um ihm zum Vatertag einen Gefallen zu tun, zu der Fahrt bereit erklärt.

Die Suche nach der Titan, dem auf 4000 Meter Tiefe ausgelegten Tauchboot der Firma Oceangate Expeditions, hatte in den vergangenen fünf Tagen Menschen auf der ganzen Welt gebannt. Doch vermutlich schon am Sonntag war das Mini-U-Boot implodiert, wohl eine Stunde und 45 Minuten, nachdem es sein Mutterschiff verlassen hatte, um zum Wrack der Titanic aufzubrechen.

Offenbar hatte es zuvor schon deutliche Zeichen gegeben, dass das Tauchboot des Oceangate-CEO Stockton Rush der Tiefe nicht gewachsen gewesen sein könnte. Vergangenes Jahr reiste der Straubinger Arthur Loibl mit der Titan zum Wrack der Titanic. Er berichtete dem OVB von Problemen mit der Batterie bei einer der Fahrten zuvor. „Das Ganze wirkte primitiv und unausgereift“, sagte er. Von seinem Trip brachte er wunderbare Fotos der Titanic mit. Und das Gefühl, davongekommen zu sein.

„Es war ein Himmelfahrtskommando“, sagte er. Ein anderer Titanic-Tourist berichtete, dass auf seiner Fahrt die Kommunikation ausfiel. Der Skipper habe abbrechen wollen, als die Verbindung auf einmal wieder stand und die Titan weiterfahren konnte. Michael Weiser

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