Rosenheim – Temperaturen von über 30 Grad, blauer Himmel und strahlender Sonnenschein – eigentlich perfekte Bedingungen für einen Badetag im Rosenheimer Freibad. Allerdings endete dieser am Donnerstag fast in einer Tragödie: Ein vierjähriger Bub aus Rosenheim überlebte einen Badeunfall nur knapp.
Verhängnisvoller Ausflug zur Rutsche
Wie die Polizeiinspektion Rosenheim mitteilte, befand sich der Junge mit seiner Mutter (28) im seichten Wasser des Familienbeckens, als er sich plötzlich von ihr losriss und in Richtung der gegenüberliegenden Rutsche lief. „Die ist er dann runtergerutscht und nicht mehr vollständig aufgetaucht“, sagt Johanna Heil, Medienbeauftragte der Rosenheimer Polizei. Das Wasser in diesem Bereich sei für das Kind viel zu tief gewesen.
Die Mutter sei ihrem Sohn zwar sofort nachgelaufen, jedoch gestaltete sich die Suche als schwierig, da das Freibad gut besucht und der Bub in der Menschenmasse verschwunden war.
Zum Zeitpunkt des Unfalls hielten sich rund 1300 Badegäste im Schwimmbad auf, wie Ulrike Willenbrink, Pressesprecherin der Stadtwerke Rosenheim (SWRO), berichtet. „Es war damit ein normaler Badetag“, sagt sie. Weniger Besucher kämen auch an anderen Tagen mit ähnlichem Wetter nicht. In den Bädern der SWRO seien sechs Fachkräfte tätig, die sich die Aufgaben für die Wasser- und Betriebsaufsicht teilen. Während des Unfalls seien jeweils zwei Bademeister und Rettungsschwimmer im Dienst gewesen.
Das Leben hat der Vierjährige wohl aber zunächst zwei zwölfjährigen Mädchen aus Rosenheim zu verdanken. „Die sind als erstes auf den im Wasser treibenden Jungen aufmerksam geworden, hoben ihn über Wasser, als er nicht reagierte, und riefen um Hilfe“, berichtet Heil. Am Beckenrand half ein 18-Jähriger aus Rott, den Buben aus dem Wasser zu holen. Die beiden anwesenden Bademeister begannen unmittelbar mit der erfolgreichen Reanimation, sodass der Vierjährige bei Bewusstsein an den Notarzt übergeben werden konnte.
„Das lückenlose Zusammenwirken aller Beteiligten dürfte ihm das Leben gerettet haben“, sagt die Medienbeauftragte der Polizei. Um die genauen Abläufe des Vorfalls zu klären, sei auch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Inzwischen sei der Gesundheitszustand den behandelnden Ärzten im Klinikum zufolge aber stabil. Weitere Folgeschäden seien vorerst nicht zu erwarten.
Badeunfälle im Rosenheimer Freibad seien eine Seltenheit, berichtet Ulrike Willenbrink. Bisher habe es nur wenige Vorfälle gegeben. Der letzte Unfall dieser Art sei im Jahr 2010 passiert. Ansonsten stehen nach ihren Worten an den heißen Tagen in erster Linie „kleine Verletzungen und Erste-Hilfe-Leistungen auf der Tagesordnung“.