Kiefersfelden/Rosenheim – Statt wie geplant in Deutschland ein Auto zu kaufen, musste sich ein albanischer Staatsangehöriger ins Bernauer Gefängnis einliefern lassen. Dort wird er für die Dauer von 120 Tagen bleiben müssen. Der Mann war mit einem Reisebus in Italien losgefahren und wollte am Mittwoch München erreichen. Die Bundespolizei beendete seine Reise vorzeitig an der A93 auf Höhe Kiefersfelden, als sie den Bus kontrollierte. Bei der Kontrolle stellte sich nämlich heraus, dass der 49-Jährige von der Staatsanwaltschaft gesucht wurde. Laut Haftbefehl war er 2020 vom Amtsgericht Freiburg (Breisgau) wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro verurteilt worden. Trotz der angegebenen Absicht, im Rahmen der Reise ein Auto kaufen zu wollen, verfügte der Albaner nicht über den geforderten Betrag, mit dem er seine Justizschulden hätte begleichen können. Er gab an, dass er das Geld für den Wagen erst noch von einem Freund bekomme. Für das Bezahlen der Geldstrafe stand der Bekannte allerdings nicht mehr zur Verfügung. Daher musste der Verhaftete die gerichtlich festgelegte knapp viermonatige Ersatzfreiheitsstrafe antreten.
Die Bundespolizisten brachten den 49-Jährigen in die Justizvollzugsanstalt Bernau. Nach seinem Gefängnisaufenthalt wird er sich wohl mit einer weiteren Justizforderung auseinandersetzen müssen: Das Freiburger Gericht hatte zusätzlich angeordnet, dass der aus dem Diebstahl erlangte Vermögensvorteil in Höhe von rund 1800 Euro einzuziehen sei.
Ebenfalls in die JVA Bernau lieferte die Bundespolizei einen Somalier ein, der am Dienstag in einem Bus kontrolliert worden war. Das Amtsgericht Frankfurt an der Oder hatte 2021 einen Strafbefehl gegen ihn erlassen wegen eines Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz und des Veränderns amtlicher Ausweise. Dafür war eine Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro oder ersatzweise eine 100-tägige Freiheitsstrafe vorgesehen. Mangels finanzieller Möglichkeiten wurde der 28-Jährige ins Bernauer Gefängnis gebracht.